Union und Liga, dreißigjähriger Krieg, westfälischer Friede. 729
in Brandenburg ein und stürmte Frankfurt a. O.; er zwang
den Kurfürsten, ihm Spandau und Küstrin einzuräumen. Es
waren an sich starke Fortschritte. Aber wie wurden sie durch
die Unentschlossenheit Kurbrandenburgs aufgehalten! Und
inzwischen geschah ein Furchtbares. Magdeburg fiel in die
Hände seiner Belagerer, Tillyh und Pappenheim; und der
mörderische Kampf in seinen Straßen endete in einem Flammen—
meer, dem nur einige elende Fischerhütten und die hehrsten
Zeugen der kirchlichen Vergangenheit der Stadt, Dom und
Liebfrauenkirche, entgingen (20. Mai 1631). Ganz Deutsch—
land wurde durch das anscheinend selbstgewählte Schicksal der
Märtyrerstadt in Schmerz und Frohlocken bis aufs Innerste
bewegt; die Kurfürsten von Brandenburg und Sachsen aber
degriffen noch immer nicht, daß es sich entscheiden hieß.

Da wartete Gustav Adolf nicht länger. Er zog gegen
Berlin und drängte Georg Wilhelm durch ein Ultimatum zum
Anschluß. Dem folgte auch Sachsen. Befürchtungen Johann
Georgs, daß der Kaiser ihm die säkularisierten Bistümer
Meißen, Merseburg und Naumburg nehmen könne, führten es
rascher, als zu erwarten, ins schwedische Lager.

Und nun rückte Gustav Adolf vor, über Brandenburg
nach Sachsen; Mitte September lagerte das schwedische Heer,
mit den sächsischen Truppen vereinigt, in der Stärke von
46 000 Mann bei Düben, nordöstlich von Leipzig. Nach
Leipzig aber hatte sich inzwischen das kaiserlich-ligistische Heer
unter Tilly von Magdeburg her gezogen, um die reiche Stadt
den Abfall ihres Kurfürsten büßen zu lassen. Aber nur kurze
Zeit konnte es hier weilen; die Schweden rückten an, es galt
eine Entscheidungsschlacht vor den Thoren der Stadt. Am
17. September ward sie zwischen Leipzig und Breitenfeld
geschlagen und endete, dank der mobileren Taktik Gustav
Adolfs, mit dem vollsten Siege der Protestanten; nur mühsam
cetteten sich die Trümmer des kaiserlichen Heeres, und das
deutsche Land lag dem Einmarsch des Siegers offen.

Gustav Adolf aber, unbekannt noch mit der Größe seines
Erfolges, in halber Scheu vor vielleicht noch unverbrauchten

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