Union und Liga, dreißigjähriger Krieg, westfälischer Friede. 7381
Gitschin genommen. Niemals war der Verkehr mit ihm ganz
abgebrochen worden, niemals eine völlige Entfremdung einge—
treten. Gleichwohl war Wallenstein in seinem Selbstgefühl zu
tief gekränkt, um sich alsbald von neuem zur Verfügung zu
stellen. Hatte er doch, ein freier, in seiner Bewegung unbe—
schränkter Fürst, beinahe unmittelbar nach der schwedischen
Landung Gustav Adolf seine Dienste angeboten; und auch als
sich für deren Verwendung Schwierigkeiten ergaben, hatte er
seine Verbindungen mit den Schweden nicht völlig wieder
gelöst. Da rief ihn der Kaiser. Sollte er folgen? Er
bequemte sich schließlich, wenigstens den Frieden mit den
Sachsen vermitteln zu wollen; sein erster Schritt erneuten
Eingreifens war diplomatischer Art. Er hielt es für möglich,
die großen protestantischen Fürsten dem Kaiser wieder zu
nähern; dann werde man die auswärtigen Feinde, Schweden
und Frankreich, verjagen können, und darnach schien ihm Raum
für die Pläne seines ersten Generalates.

Von diesen Anschauungen erfüllt, verhandelte er am
30. November 1631 zu Kaunitz mit Arnim. Allein vergebens.
Darauf erst, nachdem ihm die diplomatische Lösung der deutschen
Geschicke in seinem Sinne mißlungen war, fand er sich bereit,
die kriegerische zu versuchen. Im Dezember 1631 verpflichtete
er sich, innerhalb eines Vierteljahrs ein Heer von 40000
Mann für den Kaiser zu rüsten. Und das Unglaubliche ward
Ereignis. Im April 1632 stellte Wallenstein das Heer dem
Kaiser.

Wer anders aber vermochte es zu führen, als er? Sein
Name hatte es geschaffen; sein Wort nur war es zu regieren
mächtig. Aber der Herzog wollte die neue Stellung, die sein
Stern ihm zuwies, nicht wieder an die Möglichkeiten gekettet sehn,
die zu dem Sturze von Regensburg geführt hatten. Als
Souverän gleichsam seines Heeres, in den freiesten Formen des
Vertrags nur wollte er sich dem Kaiser unterordnen. Und
sein Wille ward ihm und damit sein Verhängnis.

Selbstverständlich, daß seine Abmachungen mit dem Kaiser,
deren authentische Form wir leider nicht besitzen, ihm mit dem