Union und Liga, dreißigjähriger Krieg, westfälischer Friede. 739
eine erneute Unterredung; und am 16. August kamen beide
Feldherren unweit Schweidnitz, wohl auf freiem Felde, nochmals
zusammen. Der endende Waffenstillstand zwischen ihnen ward
hier erneuert; er sollte Zeit schaffen für andere, weitaus wich—
tigere Verhandlungen.

Am 10. September traf Arnim, nach vorheriger Unter—
redung mit dem sächsischen Kurfürsten, zu Gelnhausen bei
Oxenstierna mit den „friedländischen Traktaten“ ein. Er wußte
zu melden, der Friedländer sei über den Gang der Dinge in
Wien merklich disgustieret. Darum wolle er sich rächen, wenn
er auf schwedische Hilfe rechnen könne. Er werde, falls man
auf seine Pläne eingehe, Arnim sechs Regimenter unterstellen,
und während Bernhard von Weimar, Holk und Horn gegen
die Spanier und Bayern vorgingen, wolle er sich seinerseits auf
Osterreich und Steiermark stürzen.

Das waren klare militärische Dispositionen. Aber was
Arnim von den politischen Plänen Wallensteins mitzuteilen
hatte, war weit weniger durchsichtig. Konnten Aphorismen,
wie die, die Krone Böhmen müsse wieder in ihre freie Wahl
gesetzt werden, oder die andere, man müsse die Jesuiten aus dem
Reiche bandisieren, die Stelle eines Programmes vertreten?
Drenstierna fand die Dinge auf diesem Gebiete noch nicht zum
Abschluß reif; er brach also weitere Verhandlungen einstweilen ab;
empfahl aber doch Arnim, den Herzog von Friedland nur fort zu
treiben und ihm zu versichern, „daß er, wenn er seine Dessins
wird fortsetzen, von uns nicht im Stiche gelassen werden soll“.

Arnim ging darauf, schon skeptisch und mit geteilten Ge—
fühlen, zu den Kurfürsten von Sachsen und Brandenburg.
Diese zeigten sich, wenn auch vorsichtig, so doch entgegen—
kommender, als der schwedische Kanzler: noch durfte man hoffen,
mit Wallenstein zu einem Abschluß zu gelangen, wie er bei dem
exrbärmlichen Stande der schlesischen Armee zu wünschen war.

Wie erstaunte aber Arnim, als er, Ende September nach
Schlesien zurückgekehrt, jetzt Wallenstein ganz andrer Meinung
fand! Bisher hatte er sich mit Schweden und den deutschen Pro—
testanten gemeinsam gegen den Kaiser und Spanien verbünden