740 Sechzehntes Buch. Viertes Kapitel.
wollen; jetzt schlug er ein Bündnis allein mit den deutschen
Protestanten vor: „hat er hochbeteuerlich auf sich genommen,
daß er nicht anderes als einen allgemeinen Frieden im h.
Römischen Reiche wieder aufzurichten suche; das Vorige hat er
wenig berührt, und erwähnt, er müßte eine Zwickmühle be—
halten, und begehrt, daß wir insgesammt ins Reich gehen und
der Kron Schweden Volk erst herausschmeißen sollen, denn
außer dem befände er nicht daß ein beständiger Friede zu
traktieren“. Natürlich ging Arnim auf diesen durchaus ver—
änderten Plan nicht ein. In dankbarem Andenken an die
Verdienste Gustav Adolfs schlug er rundweg ab: jeder
ehrliche Frieden könne auch unter Schwedens Teilnahme ge—
schlossen werden. Und wie Arnim, so dachten die beiden Kuͤr—
fürsten; geradezu entrüstet über Wallenstein äußerte sich der
von Brandenburg.

Wallenstein aber, der seine Politik der Zwickmühle zwischen
Schweden und Sachsen-Brandenburg damit gänzlich gescheitert
sah, der weiterhin mit anschauen mußte, wie jetzt das Heer
Arnims aus Schlesien zum Schutze der Lausitz und Kursachsens
eiligst abrückte, umzingelte nunmehr am 11. Oktober 1633 den
Rest der protestantischen Truppen bei Steinau und nahm ihn
gänzlich gefangen. Allein was wollte das jetzt noch besagen
zegenüber viel größeren kriegerischen Triumphen auf der Seite
der Gegner!

Während die spanisch-wallensteinischen Truppen noch vor
Breisach, dem Schlüssel des Oberrheins, lagen, hatte Bernhard
von Weimar den kühnsten Vorstoß in das Herz des Feindes
gewagt. Am 4. November erschien er fast unvermutet vor
Regensburg, schon am 14. November eroberte er die Stadt:
wie zu Gustav Adolfs Zeiten war Bayern mindestens zur Hälfte
matt gesetzt, Osterreich bedroht; ein Sturm des Frohlockens ging
durch die protestantischen Lande.

Es war der Schlag, der Wallensteins militärische Autorität
zu erschüttern begann. Zwar brach er alsbald gegen Bernhard
auf; schon am 30. November stand er bei Fürth. Aber er
mußte sich überzeugen, daß ein Winterfeldzug zur Eroberung