Union und Liga, dreißigjähriger Krieg, westfälischer Friede. 741
Regensburgs unmöglich war, und so ging er zurück, trotz drin⸗
gendster Gegenvorstellungen von Wien aus, wo man schon von
seiner Absetzung zu reden begann, und nahm Winterquartiere
in kaiserlichen Landen, in Böhmen. Von da ab hatte die
Opposition am Hofe gewonnenes Spiel. Sie ward nochmals
verstärkt durch den spanischen Gesandten Oñate, nachdem Wallen—
stein die Abtrennung von weiteren 6000 Mann seines Heeres
zur Geleitung des Kardinalinfanten nach den Niederlanden ver—
weigert hatte. Sie fand einen fast unüberwindlichen Führer
in dem römischen König Ferdinand III., der selbst nach dem
Ruhm des Feldherrn geizte, durch Wallenstein aber vom Heere
fern gehalten ward. Schon Ende 1633 konnte der bayrische
Gesandte berichten, der Kaiser habe sich nunmehr heimlich re—
solviert, dem Friedländer Kriegsdirektion und Generalat zu
nehmen; man bearbeite bereits die wichtigsten Unterfeld—
herren; uneinig sei man nur noch darüber, was mit der Person
des Generalissimus werden solle.

Wallenstein kannte diese Lage. Er reichte im Januar 1634
ein Entlassungsgesuch ein. Vergebens: man fürchtete auch den
Entlassenen. So blieb ihm nichts übrig: er mußte auf der ver⸗
hängnisvollen Bahn der Verhandlungen mit den Schweden und
den deutschen Protestanten fortschreiten.

Zunächst versicherte er sich der schon zweifelhaft gewordenen
Treue seines Heeres. Am 12. Januar fand bei Ilow in dem
Hauptquartier zu Pilsen jenes Bankett der Generäle und
Obersten seines Heeres statt, das der zweite Teil der Trilogie
Schillers in den lebendigsten Farben vorführt. Die Führer
verpflichteten sich, an dem Generalissimus „ehrbar und getreu
zu halten, auf keinerlei Weise von demselben sich zu separieren,
zu trennen, noch trennen zu lassen“. Aber schon lauerte hinter
dem anscheinend unverbrüchlichen Revers der Verrat. Als
Wallensteins Schwager Treka, wie fast alle übrigen berauscht,
jeden niederzustechen drohte, der nicht gut friedländisch sei,
da stieß Piccolomini die Worte „O traditore“ aus und konnte
ihre Wirkung nur mühsam in der fingierten Sinnlosigkeit des
Trunkenen verschwinden lassen.