Union und Liga, dreißigjähriger Krieg, westfälischer Friede. 747
Staatsmann anfangs in dem Heilbronner Bund, der diese
Protestanten mit Schweden verband, seinerseits für Frankreich
Stimmung machen müssen, um die politische Leitung Oren—
stiernas nicht übermächtig werden zu lassen, so stellte sich nach
den großen Niederlagen der schwedischen Kriegsführung im
Jahre 1634 diese Stimmung bis zu dem Grade von selbst
ein, daß man es offen aussprach, Frankreich müsse jetzt die
Führung im Angriff gegen den Kaiser übernehmen. Und
auch Oxenstierna, in heller Verzweiflung über die Unzuver—
lässigkeit und den geringen Wagenmut der Heilbronner Ver—
bündeten, entzog sich dieser Erwägung nicht.

Es war ein für Richelien in Anbetracht der geringen
Sympathien des französischen Adels für einen überrheinischen
Krieg, wie überhaupt für kriegerische Bethätigung nach Osten zu
keineswegs angenehmes Entgegenkommen; er hätte am liebsten,
selbst wenn Frankreich ein Heer zum Kriege stellen sollte, dies
dennoch dem Namen nach unter der Führung des Heilbronner
Bundes gesehen; noch in Verhandlungen, die sich weit über die
Wende des Jahres 1634 hinziehen, hat er an dieser Anschauung
festgehalten.

Indes die Klärung der Lage ließ sich um so weniger auf—
halten, als die kaiserlichen Heere inzwischen unerwartete Fort⸗
schritte gerade in der Richtung auf die französische Grenze ge—
macht hatten — am 26. März 1635 drangen sie sogar in die
Hauptstadt des Trierer Kurfürsten ein —, und als die Stellung
Frankreichs zu Spanien immer unhaltbarer ward. So brachte
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in den Krieg ein. Es schloß mit den Generalstaaten am
23. April einen Bund, wonach beide Vertragsmächte gehalten
waren, den Krieg gegeen Spanien mit je 80000 Mann auf—
zunehmen, und es gelangte mit Schweden am 28. April zu
einer Abmachung, die zu gemeinsamem Kampf gegen sterreich,
gemeinsamer Unterstützung der deutschen Protestanten und ge⸗
meinsamem Friedensschluß verpflichtete. Dabei wurden der Krone
Schweden die von Gustav Adolf eroberten und ihm von den
deutschen Ständen als Pfand für seine Ansprüche übergebenen