Union und Liga, dreißigjähriger Krieg, westfälischer Friede. 749
weilig Frankfurt vorwärts zu bringen; im Winter auf das
Jahr 1636 befand man sich wieder in Lothringen.

Unter diesen Umständen war es für Frankreich und die
protestantische Sache noch ein Glück, wenn auf dem andern,
dem schwedischen Kriegsschauplatz die Dinge so verliefen, daß
die kaiserlichen Truppen nicht mit voller Stärke an den Ober—
rhein geworfen werden konnten. Hier hatte nämlich Banoͤr,
ein rücksichts- und gewissenloser, aber äußerst geschickter schwe—
discher Bandenführer, die verbündeten Sachsen und Kaiserlichen
in siegreichen Kämpfen aus Mecklenburg und Pommern heraus—
geschlagen und Teile von Brandenburg eingenommen, und neben
ihm erfocht Torstenson, der bedeutendste schwedische Strateg
der letzten Zeiten des Krieges, der ruhige überlegte Organisator,
ein letzter großer Schüler Gustav Adolfs, am 17. Dezember
1635 bei Kyritz einen entscheidenden Sieg über die Sachsen.

Gleichwohl, überschaute man von französischer Seite her
den Abschluß des Feldzugsjahres 1635, so war er, namentlich
wenn man sich auf den Standpunkt des Herbstes 1635 begab,
keineswegs günstig. Es mußte zugestanden werden, daß die
französischen Heere, Neulinge im Gebrauch der Waffen gegen—
über kriegserfahrenen Nationen, wenig geleistet hatten. Das
vermochte nun Richelieu zu einem eigenartigen Vertrage mit
dem großen deutschen Heerführer, mit dem er festgeknüpfte Be—
ziehungen hatte, mit Herzog Bernhard von Weimar. Es ist
ein Vertrag, der an die Bedingungen des zweiten friedländischen
Beneralats erinnern kann; ähnliche Schwieriakeiten erzeugten
oerwandte Mittel der Auskunft.

Am 27. Oktober 1685 vereinbarte Herzog Bernhard mit
Richelien, daß er selbständiger, nur noch von den Befehlen des
französischen Königs abhängender Führer eines Heeres werden
solle, das er in der Höhe von 12 000 Mann zu Fuß, 6000
zu Roß bis zum 20. Januar 1636, dem Namen nach als Heer
des Heilbronner Bundes, aufzustellen habe. Es sollte dazu
dienen, den Kampf gegen Osterreich zur Herstellung der Libertät
Deutschlands fortzuführen. Als Entgelt erhielt der Herzog