750 Sechzehntes Buch. Viertes Kapitel.
das Elsaß und die alte Reichsbogtei Hagenau in all der Weise,
wie sie bisher das Haus Habsburg besessen habe, dazu ein
Jahrgehalt von 200 000 Livres und jährlich 4 Millionen Livres
als Zuschuß zur Erhaltung des Heeres. Es war ein Vertrag,
der den bedeutendsten Heerführer der deutschen Protestanten
in den Sold Frankreichs stellte, wenn auch mit dem aus—
gesprochenen Zwecke, ihm eben dadurch die Führung der pro—
testantischen Sache auf deutschem Boden zu ermöglichen.

Indes das kommende Jahr wie auch noch spätere Zeiten
ließen sich zunächst nicht darnach an, als ob Bernhard der
üübernommenen Aufgabe gerecht werden könnte. Kaiserliche und
spanische Heere fielen von den Niederlanden her bis tief nach
Frankreich hinein ein; die französischen Truppen wußten ihnen
nicht zu widerstehen; selbst Paris erschien bedroht. So
mochte es genug gethan heißen, wenn Bernhard und La Valette
sich auf den Feldern des Elsasses und Lothringens wenigstens
der von Osten her kommenden Angriffe erwehrten.

Für das Jahr 1637 schienen dann freilich durch die
Thaten der schwedischen Feldherren im laufenden Jahre 1636
ganz andere Aussichten eröffnet zu werden. Bandor war schon
in den ersten Monaten des Jahres räuberisch über Kursachsen,
das kaisertreue Land, dahergefahren; dann hatte er ein Lager
bei Werben an der Niederelbe bezogen, von dem er das Land
weithin plündern und verheeren ließ; jetzt begannen noch mehr als
bisher die Zeiten jener furchtbaren Not, aus denen her das Andenken
der Schweden in Norddeutschland noch heute fortlebt. Dann war
er, im Herbst 1636, von neuem zum Angriff übergegangen;
er hatte den sächsischen Kurfürsten und den kaiserlichen General
Hatzfeld am 4. Oktober bei Wittstock blutig geschlagen und war
darauf nach Mitteldeutschland, nach Thüringen und Hessen, vor—
gebrochen: Grund genug für die kaiserlichen Heerführer am
Oberrhein, besorgt an Deckung der rechten Flanke und des
Rückens zu denken.

Allein alle diese Vorteile wurden im Jahre 1637 wieder
verloren. Während Bernhard seine Kraft in kleinen Kämpfen
an der französischen Grenze, namentlich in der Franchecomté,