Union und Liga, dreißigjähriger Krieg, westfälischer Friede. 751
zu verzetteln gezwungen war, wurden die kaiserlichen Heere
gegen Banoͤr frei; fast wäre er ihnen in der Gegend von
Torgau in die Hände gefallen; nur mühsam konnte er sich in
einem glänzend geleiteten Rückzug nach Pommern retten, wo
er sich mit einem zweiten schwedischen Heere, das unter dem
General Wrangel stand, vereinigte. So war denn gegen Schluß
des Jahres 1637 die Übermacht der Kaiserlichen unbestritten;
zum Zeichen gleichsam ihres vollen Sieges hatte Landgraf
Wilhelm von Hessen, der letzte treue Anhänger Schwedens außer—
halb des Heilbronner Bundes, aus seinem Lande flüchten müssen;
elend ist er noch im Jahre 1637 in Ostfriesland gestorben. Es schien
zu Ende zu gehen mit der französisch-schwedischen Obmacht,
zu Ende erst recht mit dem deutschen Protestantismus.

Da hat Herzog Bernhard von Weimar noch einmal die
halb aufgegebene Sache der Protestanten gerettet.

Hatten sich Frankreich und Schweden am 8. März 1638
zu erneutem Widerstand gegen das Haus Habsburg verbunden,
so setzte Bernhard im Feldzuge des Jahres 1688 dies Vor—
haben in siegreiche Thaten um. Unter den schwersten Ent⸗
behrungen hatte er zwei wertvolle Feldzugsjahre verstreichen
lassen müssen; Frankreich hatte die gewährten Subsidien nur
ässig gezahlt, dagegen des Herzogs ganze Kraft für den Schutz
seiner Grenzen in Anspruch genommen; fast schien es, als sei
er nur ein Condottiere, der „Ihrer Majestät in Frankreich
zinen Reuterdienst that“. Aber jetzt war er entschlossen, diese
Fesseln zu brechen. Von Basel, wo er mit seinem Heere
lag, brach er am 28. Januar 1688, in einem Winterfeldzug, der
den Zeitgenossen als That unerhörter Kühnheit erschien, gegen
Rheinfelden, die wichtigste Festung des Rheingebietes zwischen
Basel und Konstanz, auf und nahm sie am 28. März ein,
nachdem er ein nahendes Entsatzheer unter dem kaiserlichen
General Savello und dem kühnen Reiterführer Johann von
Werth aufs Haupt geschlagen hatte. Und alsbald wandte er
sich einer noch größeren Aufgabe zu.

Das Oberrheinthal wurde an seiner gefährlichsten Stelle,
in der Gegend der Übergänge zum Elsaß, vornehmlich durch