Union und Liga, dreißigjähriger Krieg, westfälischer Friede. 758
Kultur umgab mehr schützend und wahrend zugleich die Energie
außergewöhnlicher Naturen, und die Zeit großer Männer, wunder⸗
barer Helden brach herein. So ist auf Gustav Adolf Wallen—
stein, auf Wallenstein Bernhard von Weimar gefolgt; und
wer wollte die gemeinsamen Züge verkennen, die die drei Heer⸗
führer bei aller Verschiedenheit der Anlage und des Erfolges
dennoch kennzeichnen? Jetzt aber schien die Not dieses Krieges
selbst die Keime großer Männer zerstört zu haben; in öder
Gleichförmigkeit schleppt sich von nun ab Kriegsjahr auf Kriegs—
jahr dahin bis zur Erschöpfung des Volkes und des Landes;
und nur in dem langsam erfolgenden Umschwung der allge—
meinen Lage zu gunsten Frankreichs, zu ungunsten des Kaisers
taucht ein Ergebnis auf, das die Hoffnung auf den lang schon
ersehnten Frieden gestützt und schließlich verwirklicht hat.

Allerdings: Bernhard hatte die Dinge in einem Stande
zurückgelassen, der für den Kaiser keineswegs günstig war. Aber
er war schließlich eine Macht für sich gewesen, und nach seinem
Hingang erschien die Sache der deutschen Protestanten wie
Schwedens und Frankreichs wieder ins Ungewisse gestellt. Da
war es zunächst die diplomatische Kunst Richelieus, die eine
erste Wendung zu gunsten Frankreichs herbeiführte.

Frankreich hatte es nicht bloß mit den deutschen Habs—
burgern, nicht minder vielmehr auch mit dem spanischen Hause
zu thun. Und hier wußte Richelieu gefährliche Ereignisse, die
sich auf der iberischen Halbinsel vollzogen, trefflich zu nützen.
Ein Aufstand in Katalonien gab ihm Anlaß, sich mit der los—
gerissenen Provinz eng zu verbünden. Der Abfall Portugals
und die Erhebung des Hauses Braganza auf den erneuerten
Königsthron fanden in ihm den eifrigsten Förderer. Und auch
näher den französischen Grenzen hatte er Gelegenheit einzugreifen.
Der Versuch der Spanier, den Generalstaaten durch eine ge⸗
waltige Armada beizukommen, war durch Admiral Tromp
oöllig vereitelt worden; wie sehr aber belebte die Vernichtung
der spanischen Flotte die französischen, längst schon eingeleiteten
Bestrebungen zur See! Dazu kam, daß Herzog Bernhard auf
deutschem Boden eine trefflich geschulte Truppe zurückgelassen