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Siebzehntes Buch. Erstes Kapitel.
Und wie lange sollte es noch dauern, bis diese Gruppen, in sich
noch leidlich geschlossen, sich wiederum zu der überaus großen
Zahl öffentlicher Körperschaften, dem so wechselnden Charakter
des Daseins bei zahllosen Familien und dem außerordentlichen
Unterschied der Individualitäten differenzierten, den wir heute
lebendig sehen!

Verfolgen wir von all diesen Bildungen zunächst die
natürlichste, die Familie, in raschem Überblick ihrer Entwick—
lung, so ist bekannt, daß sie noch lange in historischen Jahr—
hunderten, noch bis in die frühesten Zeiten der Karolinger
hinein, im höheren Bereiche des größeren Geschlechtes ver—
harrte: in den Angelegenheiten vornehmlich allgemeinen Schutzes
und höchster Selbständigkeit ihrer Mitglieder wie des noch un—
geteilt in ihr von Menschenalter zu Menschenalter obligatorisch
forterbenden Vermögens in letzter Instanz noch von diesem ab—
hängig. Dann waren diese Herrschafts- und Aufsichtsfunktionen
des Geschlechtes immer mehr dahingeschwunden; die Familie
— D
mehr mächtigsten Halt des Familiengeschicks, das Vermögen,
und speziell den in dieser Zeit weitaus wichtigsten Teil dieses
Vermögens, den Grundbesitz, die alte Ordnung der Dinge
noch lange erhalten geblieben. Auch bei ursprünglich gleichem
obligatorischenm Erbrecht fand noch immer, mindestens in
der ersten Generation der Erben, keine Teilung des Grund⸗—
besitzes statt: noch galt für die Familie in möglichst weitem
Sinne die alte Hausgemeinschaft, die den einzelnen wirtschaft—
lich auf eine kommunistisch-patriarchalische Grundlage, geistig
auf ein uniformes, möalichst wenig differenziertes Seelenleben
stellte.
Es ist die Grundlage, die man auf dem platten Lande weit
üüber die Zeiten einer ausgesprochenen Naturalwirtschaft hinaus,
denen sie vor allem entsprach, durch besondere Einrichtungen des
Rechtes, wenn auch mit stets abnehmendem Erfolge, zu wahren
gesucht hat, und auf der der beständige Sinn unserer Bauern
zum großen Teile noch heute beruht, insofern er noch über das
konservativ-fromme Gefühl jedes Menschen, der in jedem Jahre