152 Siebzehntes Buch. Drittes Kapitel.
der Pfalz zurück, die alle, mit Ausnahme der Pfälzer, noch
dem 16. Jahrhundert angehören. Über die bloße Landesschul⸗
ordnung hinaus aber ging man in Sachsen durch die staatliche
Begrundung von Landesschulen in Schulpforta, Meißen und
Grimma, deren beide erste im Jahre 1543, deren letzte im
Jahre 1550 errichtet wurden, — Schulen, die noch heute dem
Herzoge und Kurfürsten Moritz, ihrem Schöpfer, Ehre machen.
Dem folgten dann verwandte Schulen in Württemberg (Pä—
dagogium zu Stuttgart und vier Klosterschulen) und in Braun—
schweig-Wolfenbüttel wie in einer weiteren Reihe mittel- und
norddeutscher Territorien; am spätesten trat Brandenburg in
die Bewegung ein (Graues Kloster 1574, Joachimsthal 1607).

Der Unterricht in all diesen Schulen war, bei vielen Ab—
weichungen im einzelnen, bei dem Mangel der unteren Klassen
an dieser, dem Versuche eines Ausbaues zur Universität an
jener Anstalt, seinem Charakter nach doch im ganzen derselbe.
Soweit es sich um die erste Einführung handelte, war man
im Grunde noch nicht viel über das mittelalterliche Trivium
hinausgelangt: Grammatik, Rhetorik und Dialektik spielten
ihre herkömmliche Rolle, und das Latein wurde nach den
Lehrplänen eines Ebrard von Bethune und Alexander gelernt,
Grammatikern des 12. und 18. Jahrhunderts, deren Methode
freilich teilweis sogar noch der Zumptschen Grammatik des
19. Jahrhunderts zugrunde gelegen hat. Für den fort—
geschritteneren Unterricht dagegen erschien das alte Quadrivium
doch einigermaßen aufgelöst; neben Musik und Mathematik
waren Religion und etwas Philosophie getreten, dazu Anfänge
der griechischen und hebräischen Sprache, durch deren Er—
lernung die Lektüre des Alten und Neuen Testaments in der
Urschrift vermittelt werden sollte.

Wichtiger indes ist es, den Geist des Unterrichts kennen
zu lernen. Und da ging man nun durchaus auf das Formale;
nicht der Inhalt —, die Eleganz des Ausdrucks, die Eloquenz der
Sprache vielmehr waren Hauptsache; so wie es der huma—
nistischen Wissenschaft nicht auf Erweiterung des Wissens oder
gar der Erkenntnis ankam — für sie lag die Fülle der Er—