380 — Achtzehntes Buch. Zweites Kapitel.
vorgetragen hatte!: das Kaisertum sei zu beseitigen und mit
ihm der Einfluß des Hauses Habsburg, dieser familia fatalis
Germaniae; nur auf den Fürsten beruhe die Zukunft Deutsch⸗
lands. Tiefer und in mehr geschichtlicher Auffassung hat dann
siebenundzwanzig Jahre später Samuel Pufendorf unter der
Maske eines in Deutschland wohnenden italienischen Edel—
mannes Severinus de Mozambano in seinem Buche „De statu
Imperii Germaniei* die gleichen Ansichten vorgetragen. Auch
ihm erscheint das Reich als staatliches Ganzes nicht mehr halt⸗
bar, auf eine wie ruhmvolle Vergangenheit es auch zurück—
schaue; keiner der herkömmlichen und der reinen Staatsformen
—
ot monstro simile corpus. Denmnoch will Pufendorf es nicht
radikal verurteilen: glänzend habe es durch lange Jahrhunderte
hin dem Ruhme der Nation und dem Frieden Europas gedient;
sei es nunmehr verfallen, so müsse in seiner völligen Durch⸗
bildung zum Bundesstaat eine neue Grundlage künftig besseren
Daseins gesucht werden.

Vgl. zu dieser Schrift auch unten S. 894; über Pufendorf S. 395 f.