386 Achtzehntes Buch. Drittes Lapitel.
durch das édit général sur les eaux et les foreêts von 1669;
durch die ordonnance criminelle von 1670 und durch die
ordonnance de commereceé des Jahres 16738.

Inzwischen aber hatte der französische Absolutismus längst
in Ländern, die einer Frankreich ähnlichen Entwicklung unter⸗
lagen, als die am frühesten reife unter verwandten notwendigen
Erscheinungen Schule zu machen begonnen; während er in den
englischen Revolutionen des 17. Jahrhunderts schließlich zu
Falle kam, fand er eine förmliche Aufnahme in Dänemark (1661),
feierte er unter Karl XIJ. in Schweden gegen Ende des 17. Jahr⸗
hunderts einen Triumph, der den Ruin des Landes unter
Karl XII. zur Folge hatte, trugen ihn endlich die Bourbonen
nach Spanien, wo das Dekret vom 29. Juni 1707 seinen
Einzug für fast ein Jahrhundert bezeichnete.

II.
Es war die Zeit, in der die wissenschaftliche Anschauung
der Staatsdinge, wie sie seit dem 16. Jahrhundert notwendiges
Erfordernis eines höher gestiegenen Geisteslebens geworden war,
schon längst auch eine Lehre des neuen Absolutismus entwickelt
hatte. Für diese Lehre aber kam einerseits die Erscheinung der
absoluten Monarchie als solche in Betracht: ihr entnahm die
Theorie, nicht selten steigernd und in die Zukunft weisend, das
äußere Bild absoluter königlicher Gewalt; anderseits aber war
für sie auch die mit dem Charakter des herrschenden Geistes—
lebens gegebene Auffassung vom Staate überhaupt maßgebend:
ihr entnahm sie die tiefere Begründung der monarchischen
Forderungen.

Nun war schon seit dem 16. Jahrhundert langsam eine ganz
andere Anschauung des Staates in Entwicklung begriffen, als sie
das Mittelalter gekannt hatte. Dem Mittelalter war der Staat
im Grunde immer eine lebendige Körperschaft gewesen: ur—
sprünglich eine militärische, ein Heer, und zugleich eine Körper—
schaft sum Schutze des Rechts, dann, in den Stadtstaaten, die sich
seit dem 12. und 18. Jahrhundert entfaltet hatten, zugleich auch