Weitere Entwicklung des Intellektualismus. 67 Grundzuge des Zeitalters, der so oft schon betont worden ist. Gewiß trägt jede Metaphysik als Gedankendichtung in sich schon ein ästhetisches, ja dichterisches Element, und dies findet sich auch in den großen metaphysischen Systemen des 17. und 18. Jahrhunderts. Denmoch erscheinen sie verhältnismäßig nüchtern gegenüber den Systemen eines Weigel oder Vöhme, ines Fichte oder Schelling oder Hegel, von denen sie zeitlich unmrahmt sind. II. 1. Wir haben die Entwicklung des Intellektualismus im Verlaufe des Jahrhunderts nach dem großen Kriege jetzt bis zu seiner höchsten Höhe verfolgt: bis zur Bildung selbständiger Weltanschauungen, in denen er am Ende aus Mangel an ab— schließender Erfahrung — denn Wissen ist Stückwerk — in sein Gegenteil, die Ahnung neuer und die phantasiereiche Vor— stellung eines letzten Zusammenhanges, umschlug. Es war eins der Momente, in deren Verlaufe schließlich dem rationalistischen Ausgange des individualistischen Zeitalters der enthusiastische Anfang eines höheren Seelenlebens folgen mußte; und früh schon erhielt dies Moment in der Philosophie Leibnizens eine höchst bezeichnende Ausprägung. Jetzt aber gilt es, den bisher nur im allgemeinen skizzierten Weg der vollen Durchbildung des individualistischen Intellektualismus im einzelnen zu durch— messen. Und da bedarf es wohl kaum noch der näheren Aus— führung, daß dieser Weg mit Erfolg nur von der Geschichte der Naturwissenschaften aus eingeschlagen werden kann. Auf diesem Gebiete aber wiederum handelt es sich an erster Stelle um die Entwicklung der wissenschaftlichen Grundlage aller modernen Naturwissenschaft, um die Entwicklung der Mechanik. Da hatten sich nun schon die Alten der elementarsten Theorien namentlich der Statik, der Lehre vom Gleichgewicht, ziemlich eingehend bemächtigt; hier liegen vor allem die Ver— dienste des Archimedes. Dagegen waren sie der Lehre von der Bewegung der Körper, der Dynamik, ziemlich ferngeblieben. 5*