Deutschland unter den polit. Nachwirkungen des Dreißigjähr. Krieges. 451 tärischer Bundesgenosse zur Verfügung stand. Wie hätte also Frankreich unter diesen Umständen die Befreiung der deutschen Ostseeküste von schwedischer Herrschaft gleichgültig ansehen können? In geschickt geführten Verhandlungen mit den Nieder— landen und England wußte es zeitweilig, wenn auch schließ— lich ohne Erfolg, diese beiden Rivalen für eine Politik einzu— spannen, die den nordischen Mächten im allgemeinen unter den für Schweden so günstigen Bedingungen des Roeskilder Traktats erneut Frieden diktieren sollte; und als dieser Streich nicht gelang, vielmehr England und die Niederlande gemein— sam mit Gewalt vorgingen und die Schweden in der Schlacht von Nyborg (24. November 1659) zur Annahme von Be— dingungen zu zwingen suchten, die Dänemark günstiger waren, da konnte es einen Augenblick scheinen, als wenn ein Konflikt zwischen den Westmächten wegen der nordischen Dinge nicht ausgeschlossen sei. Hatte aber Frankreich wiederum ein Interesse an einem allzu⸗ mächtigen Schweden? Fast konnte ein rein schwedisches Domi- nium maris baltici seinem Interesse ebenso zuwider erscheinen als dem niederländischen und englischen. Und so fanden sich denn die ——DDDDD Basis des Handelns zusammen, als Frankreich nach Abschluß des gewaltigen, vierundzwanzigjährigen Kampfes mit Spanien im Pyrenäischen Frieden (7. November 1659) die Hände jetzt frei erhalten hatte und nun erst recht ein nicht zu verachtender Gegner war. Und ein Gegner vor allem auch für das Reich! Wenn jetzt Osterreich an der nordöstlichen Koalition festhielt: konnte es dann nicht in seinen vorderen Besitzungen am Ober⸗ rhein von Frankreich aufs wirksamste angegriffen werden? Kein Wunder, wenn von da ab der Eifer des Hauses Habs— burg zur Teilnahme am Kampfe gegen Schweden erkaltete. Unter dieser Konstellation etwa kam es zu Friedens⸗ verhandlungen, die sich, in Thorn im März 1689 begonnen, über ein Jahr hinzogen, bis sie zu Oliva in einem Friedens⸗ vertrage vom 8. Mai 1660 ihren Abschluß fanden. Das Ergebnis, dessen Sicherung auch durch den Ende