478 Einundzwanzigstes Buch. Erstes Kapitel. geleitet, so gestalteten sich auch die Ergebnisse der Kampagne am Rheine günstig. Hier standen am oberen Rheine die beiden größten Feldherrn vielleicht der Zeit, Turenne und Montecuccoli, gegenüber und erschöpften sich in einem scharfsinnigen Hin und Her strategischer Märsche: bis es am 27. Juli bei Sasbach zu einem Kampfe kam, in dem Turenne fiel. Es war das Signal zum Rückzuge der Franzosen; zwei Tage später gingen sie über den Rhein zurück. Und nun drängte Montecuccoli nach; im August hatte er Straßburg wiedergewonnen; von neuem er— schien der Kampf ins Elsaß verlegt. Wenig später kam es auch an anderer Stelle zu starken Fortschritten. Eine zweite deutsche Armee unter dem Herzog von Lothringen war von Köln nach Trier zu in Marsch ge— setzt worden; wurde die Stadt erobert, so war ein für weitere Züge nach Westen weit günstigerer Ausgangspunkt gewonnen als Straßburg. Die Franzosen beeilten sich daher, unter Crequi eine Ersatzarmee für Trier aufzubieten. Aber sie wurde in den ersten Wochen des August an der Conzer Brücke, dicht bei Trier moselaufwärts, geschlagen und Crequi selbst in Trier belagert und schließlich gefangen genommen. Es waren Er—⸗ folge, an denen namentlich die braunschweigischen Truppen beteiligt waren. Und nun kam es zur Rückwirkung dieses günstigen Ver— laufes der Kampagne vor allem im Nordosten: der schwedische Krieg, so leichtsinnig heraufbeschworen, nahm jetzt einen Um⸗ fang an, dem die Stellung Schwedens als Großmacht erliegen zu müssen schien. Das Reich beschloß den Krieg, die braun— schweigischen Herzöge beabsichtigten, sich mit ihren an der Mosel erprobten Truppen auf das schwedische Verden und Bremen zu stürzen, wobei sich ihnen der stets kriegsbereite Bischof von Münster anschloß; Dänemark wollte alten Besitz in Südschweden zurückerobern und sich wieder auf Rügen fest— setzen, der Große Kurfürst glaubte endlich ganz Pommern er—⸗ werben zu können, und Brandenburg und Dänemark schlossen aunter diesen Voraussetzungen am 25. September ein Angriffs⸗