Türkenkriege u. spanischer Erbfolgekrieg; Osterreich europ. Großmacht. 587 der Krieg wurde von neuem, wenn auch ohne viel Erfolg, auf das Festland verlegt. Inzwischen aber war längst die Frage gestellt worden, ob denn die Venezianer in einem Kampfe allein gelassen werden sollten, der ohne Zweifel von europäischem Interesse war; und in sterreich war sie, vornehmlich auf Drängen des Prinzen Eugen, schon im April 1716 durch den Abschluß eines Bünd— nisses mit der Republik beantwortet worden. Denn es war klar: Ehre und Vorteil geboten dem Hause Habsburg, gegen die Türken einzuspringen, ehe diese Zeit fanden, nach etwaiger Besiegung Venedigs gegenüber einem dann isolierten Österreich die Machtfrage an der Donau zu wagen. Die Leitung aber der Kämpfe, die nun zu erwarten waren, fiel selbstverständlich dem Prinzen Eugen zu. Er war jetzt der berühmteste Feldherr des Kontinents, und ihm zur Seite stand eine glänzende Gruppe verdienter Führer, die in den österreichischen Kämpfen des Ostens und Westens groß geworden waren; zwölf Feldzeugmeister und Generäle der Kavallerie haben aus ihnen dem Kriege angewohnt. Der Feldzug selbst gestaltete sich für den Prinzen zu einer fast ununterbrochenen Kette von Siegen. Am 5. August 1716 wurden die Türken in der großen Schlacht von Peter— wardein geschlagen; am 13. Oktober fiel Temesvar — das längst ersehnte Banat, Ungarns Garten, dem Kaiser anderthalb Jahrhunderte von den Türken vorenthalten, geriet in Österreichs Hände, und darüber hinaus drohten den Türken in den Donau— fürstentümern, in der Walachei und in der Moldau, Verrat und Aufstand. Das Jahr 1717 aber vollendete, was 1716 begonnen hatte. Am 16. August wurden die Türken bei Belgrad völlig aufs Haupt geschlagen, und nun fiel sie, die „Stadt und Festung Belgarad“, in die dauernde Gewalt Osterreichs; und was Max Emanuel von Bayern nicht zu halten vermocht hatte, das Land im serbischen Norden, hielt jetzt mit ehernen Händen fest Prinz Eugenius, der edle Ritter. Den Türken blieb nichts mehr übrig als das Angebot des Friedens. In Vassarowitz einigte man sich am 21. Juli