Drittes Kapitel. Die norddeutschen Staaten und der nordische Krieg; Entwicklung des preußzischen Königtums. Es gehört in gewissem Sinne mit zu den Anzeichen auf— steigender politischer Bewegung in Deutschland, daß sich, etwa seit dem Ausgange des 17. Jahrhunderts, die äußere deutsche Geschichte wieder in eine solche des Südens und des Nordens zu scheiden beginnt. Denn in den Jahrhunderten des späteren Mittelalters, die das Große ihrer Entwicklung vor allem in der Kolonisation und Kultivation des Ostens und besonders des Nordostens zeigten, war, nicht zum geringsten eben infolge dieses allgemeinen Vorganges, die Scheidung der deutschen Geschichte in eine südliche und nördliche in vollem Maße ein— getreten; und eben in ihr hatte die Entfaltung der Territorial⸗ zewalten ihre erste Blütezeit erlebt. Dann hatte, im 16. Jahrhundert, der Umstand, daß Deutschland seine zentrale Stellung im Welthandel und damit eine der wichtigsten Grundlagen für eine teils nach dem italienischen Süden, teils nach den Nord- und Ostseegebieten auslaufenden Entwicklung verlor, wie die in den mittleren Gebieten des Reiches zunächst heimische und sich nach allen Seiten gleichmäßig verbreitende Reformation den äußeren Geschicken unseres Volkes allerdings einen anderen Anblick gegeben. Indem die scheinbar trennenden Motive wegfielen