Waffengänge Osterreichs u. Preußens; Preußen europ. Großmacht. 745 die irregulären Pandurenscharen des Freiherrn von Treuck und anderer Bandenführer und die Völker der deutschen Länder: borwärts gegen Westen wehte das Banner Österreichs. Und dabei war der Eindruck dieser Bewegung weit größer als ihr tatsächlicher Erfolg: denn was wollte der kleine Sieg über die Bayern bei Schärding besagen? Aber die Welt stand gleichsam unter dem Eindrucke der Erneuerung der Hunnenzüge; Un— glaubliches wurde von den Truppen der Königin von Ungarn »erichtet. Unter diesen Umständen mochte sich nun Friedrich II. wohl weiter fragen, ob er sich mit dem Kleinschnellendorfer Protokoll des Herbstes 1741 genügend gesichert habe; ob es nicht richtiger sei, in einem Feldzuge des Jahres 1742 dennoch, zunächst fast nur von sich allein aus, den Versuch eines Vordringens nach Wien zu wagen. Und so fiel er jetzt, unter Bruch der Klein— schnellendorfer Punktationen, schon früh im Jahre, von den Sachsen unterstützt, in Mähren ein, um von hier aus den Weg nach Süden zu gewinnen. Allein dem großen Anfang entsprach die Fortsetzung keineswegs. Die Sachsen wurden, vertragsmäßig an Frankreich gebunden, schon im März zum Schutze von Prag abberufen, gegen das ein österreichisches Heer unter Karl Alexander von Lothringen, dem Schwager Maria Theresias, heranzog; und dem König gelang es nur, dieses Heer am 17. Mai bei Chotusitz in der Flanke zu fassen und zu schlagen. Aber war dieses Ereignis nicht für Maria Theresia Grund genug, sich zu sagen, daß Böhmen schwerlich ganz zu sichern sein werde, solange es außer von den Franzosen, Bayern und Sachsen auch noch vom Könige von Preußen bedroht sei? Wieder machten sich die Erwägungen des Septembers 1741 geltend, und sie führten, bei dem fortwährenden Mißtrauen König Friedrichs in die Fähigkeit und Ehrlichkeit seiner Ver— bündeten, unter der Vermittlung Englands am 11. Juni 1742 zu dem Frieden von Breslau, dessen Bestimmungen später in einem Berliner Vertragsabschlusse in allem Wesentlichen bestätigt worden sind. Danach wurde Schlesien, unter Wahrung der konfessionellen Verhältnisse der Katholiken, an Preußen ab—