Waffengänge Osterreichs u. Preußens; Preußen europ. Großmacht. 791 Domänen und Forsten, die freilich bei seinem Regierungs⸗ antritte etwa ein Viertel der Gesamtfläche des Landes aus—⸗ machten: so viel hatte sein Vater ererbt und zusammengekauft. Auf diesem Areal aber, das er, wenigstens durch Erwerbung neuer Rittergüter, grundsätzlich nicht weiter vermehrte, hat der König im Laufe seiner langen Regierung in der Tat erstaun⸗ liche Veränderungen herbeigeführt. Vor allem seit 1763, und im höchsten Grade in dem Sinne eines förmlichen Landes— ausbaues, einer systematischen inneren Kolonisation des Landes. Da waren vor allem die Forsten in regelmäßige Aufsicht zu nehmen, nachdem sie während der langen Kriegsjahre durch gewissenlose Forstbeamte in Voraussicht eines nahen staatlichen Zusammenbruchs schmählich geplündert worden waren. Eine geometrische Aufnahme und Schlageinteilung wurde durch⸗ geführt, die alte Plänterwirtschaft beseitigt, aufgeforstet, wo es nötig schien, und geurbart, wo die bessere Qualität des Bodens es gestattete. Weit wichtiger aber für Besiedlung und Ausbau wurden noch die weiten Brüche und Moore, in denen frühere Ge— schlechter den Kampf mit Sumpf und Heide noch nicht auf⸗ genommen hatten: der Netze— und Warthebruch, wo Gebiete hon vielen Geviertmeilen der Kultur harrten, die Havel⸗ niederungen, die toten Waldmoore des altmärkischen Dröm— lings. Sie alle suchte Friedrich unter Kultur zu nehmen. Aber auch in Friesland wie in Ostpreußen⸗Litauen wurden große Strecken von Urwald und Unland geurbart. Dabei handelte es sich in den meisten dieser Fälle wie auch hei Meliorationen von Domanialgut alsbald um die Anlage ganzer neuer Dörfer: und in ihnen wurden weniger Leute aus dem Über⸗ schusse der heimischen Bevölkerung als fremde Zuwanderer angesetzt; auf den pommerschen Rodungen von 1751 ist die Besetzung mit Landeskindern geradezu verboten worden; der König wünschte ausdrücklich eine Mischung mit Fremden zur Hebung auch der Energie der heimischen Bevölkerung; und namentlich die Faul⸗ —VD ihm in dieser Hin— sicht verhaßt. Da nun gute Behandlung zugesagt wurde, und