802 Einundzwanzigstes Buch. Viertes Kapitel. bahn bis zu ihrem Ende wird eine Antwort auf diese Frage — eine hypothetische Antwort natürlich — gestatten. IV. Für die Gestaltung der politischen Zustände im Reiche und in Europa nach dem Hubertusburger Frieden ist es von besonderer Bedeutung gewesen, daß der Gegensatz zwischen England und Frankreich, auf den hin Friedrich schon seinen ersten schlesischen Kriegsgang hatte unternehmen können, auch jetzt noch fortwährte. Freilich geschah das nunmehr keineswegs zu Friedrichs Gunsten. Denn innerhalb dieses Gegensatzes oder wenigstens an ihn angelehnt hielten Frankreich und sterreich fest zusammen; und diese Freundschaft hat, wenn auch unter gelegentlichen Trübungen, bis zur Revolution fortgedauert. England aber, das sich bei dieser Konstellation an sich auf die Seite Preußens hätte getrieben sehen können, erwies sich keineswegs als ein gleich zuverlässiger Genosse. So fühlte sich denn Friedrich unter den großen Mächten des Reiches und des Westens dauernd isoliert. Und er wußte wohl, daß damit der Besitz Schlesiens und darum auch die junge Großmachtstellung Preußens noch immer gefährdet war. Es blieb ihm daher nichts übrig, als irgendwo eine Anlehnung zu suchen; und er konnte sie schließlich nur bei einem Staate finden, dessen Bedeutung er bisher unterschätzt hatte, bei Rußland. Zwar hatte er von jeher zu verhindern gewußt, — DDD in die Seite fiel; allein jetzt wollte und wünschte er mehr: Rußland sollte ihm den Befitz Schlesiens dauernd gewährleisten. Für die Kaiserin Katharina, an die Friedrich diesen Wunsch schon früh, im Jahre 1763, zu bringen wußte, kom⸗— binierten sich aber die Erwägungen, ob man Friedrich ent⸗ gegenkommen solle, von vornherein mit der Frage nach dem Schicksal Polens. Denn in Polen erwartete man um diese Zeit schon den Tod des tatenlosen Königs August; und damit