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        <title>Neuere Zeit</title>
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      <div>330 J Einundzwanzigstes Buch. Zweites Rapitel.

bedeutet in Österreich Stabilierung der Monarchie, des
Absolutismus und bis auf einen gewissen Grad auch des
Zentralismus.
Das Luthertum hatte sich in den deutsch-österreichischen
Ländern nicht minder rasch verbreitet als sonst in Gebieten
deutscher Zunge. Seinem Einfluß fielen zuerst die Bergleute
der Alpenländer anheim, dann folgten die adligen Stände,
die Bürger und schließlich auch die Bauern. Schon auf dem
zu Augsburg abgehaltenen Generallandtage des Jahres 1526
wurde daher von den Ausschüssen der Stände aller Erblande
die Bitte ausgesprochen, das Evangelium möge allenthalben
durch geschickte Prediger frei von Furcht und Sorge verbreitet
werden. Wo man also auch hinblickte, sproßten die Saaten
des Evangeliums; und selbst in dem steinigten Boden des Hofes
gingen seine Keime auf. Die Dynastie freilich blieb katholisch.
Nicht als ob nicht auch in ihr protestantische Neigungen ver—
breitet gewesen wären. Man kennt das wunderbare geistliche
Lied, das Maria, der Schwester Ferdinands J., zugeschrieben
werden konnte; Ferdinand selbst duldete wenigstens Protestanten
in seiner Nähe; und Kaiser Maximilian II., sein Sohn, hat
starke protestantische Anwandlungen gehabt. Allein von vorn—
sjerein war die Stellung des Herrscherhauses zum Evangelium
durch die Politik Karls V. festgelegt. Und diese war, schon
durch die Rücksicht auf die außerdeutschen Länder des Kaisers
veranlaßt, katholisch.
Aber auch durch die innere Lage ihrer Länder wurden
die österreichischen Herrscher der Ablehnung der Reformation
zugedrängt. Hätten sie den Übertritt zum Luthertum voll—
zogen, so hätten sie den ständischen Kampf mit Bürgern und
Bauern und einem Teile des Adels gegen die Prälatenbänke
durchführen müssen. Wäre dies möglich gewesen? Schwerlich:
denn die Bauern waren nur in Tirol ständisch organisiert,
das Bürgertum war überall schwach entwickelt, und der Adel
würde bei Bedrohung der geistlichen Stellen durch die Fürsten
wohl ebenso zahlreich, wie teilweise in Deutschland, wieder zur
alten Kirche abgeschwenkt sein.</div>
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