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        <title>Neuere Zeit</title>
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      <div>Die nordd. Staaten u. d. nord. Krieg; Entwickl. d. preuß. Königtums. 631

polnische Heer; nistete sich in Westpreußen ein und nahm
Thorn und Elbing; erhob in Polen im Juli 1704 den Posener
Wojwoden Stanislaus Lesczynski zum polnischen Gegenkönig:
revolutionierte die ganze nordische Welt, die sich bald in
Teilungsplänen Schwedens, bald in Teilungsplänen Polens
erging. Und damit nicht genug. Auch in den folgenden
Jahren schlug er jeden Widerstand nieder, den ihm August der
Starke entgegenstellte — bis er bei Fraustadt, am 15. Februar
1706, das letzte sächsisch-polnische Heer zersprengt hatte.
In diesem Augenblicke wäre August verloren gewesen,
hätte ihm nicht eine Hilfsarmee des russischen Bundesgenossen
zur Verfügung gestanden. Und wenigstens dies erreichte die
russische Unterstützung, daß sich die Bestrafung König Augusts
um einige Zeit verschob. Vergebens versuchte Karl XII. die
in Grodno lagernde russische Armee zu bezwingen, vergebens
auch, als sie endlich nach Rußland abzog, sie durch einen
Marsch durch die polesischen Sümpfe von ihrem Ziele abzu—
drängen. Als aber die russische Armee den polnischen Kampf—
platz verlassen hatte, wandte sich Karl von neuem seinem
sächsisch-polnischen Gegner zu. Und nun faßte er den kühnen
Entschluß, diesen in seinem eigentlichen Stammland, dem Quell
zugleich seiner finanziellen Mittel, aufzusuchen, in Kursachsen.
Ohne auf August, der in Polen stehen blieb, Rücksicht zu
nehmen, drang er im September 1706 über die Lausitz nach
der Elbe vor, passierte Meißen und Grimma und machte sich
an der Westgrenze des Kurfürstentums, bei Leipzig, in einem
in der Nähe von Altranstädt aufgeschlagenen Lager heimisch.
Es war ein unerhört verwegenes Unternehmen: was blieb
jetzt König August, der nun die Wurzeln seiner Kraft um—
schnürt sah, übrig, als Frieden zu schließen? Jedenfalls
konnten die sächsischen Räte nicht umhin, am 24. September
1706 höchst bittere Artikel eines Friedens von Altranstädt zu
unterzeichnen. Da mußte Patkul der Rache des Königs aus—
geliefert werden; ein Jahr darauf ist er eines qualvollen Todes
von Henkers Hand gestorben. Da sorgte der königliche Eiferer
für den Protestantismnus in entschiedenster Weise für die Zu⸗</div>
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