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        <title>Neuere Zeit</title>
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      <div>728 Einundzwanzigstes Buch. Viertes Kapitel. 
kommen, eine andere, weit schwierigere Frage zu lösen, die durch 
Ereignisse, die sich in Wien vorbereiteten, in Fluß gebracht 
worden war. Wir erinnern uns, daß in den französisch-deutschen 
Kämpfen der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts das alte 
Reichsland Lothringen an Frankreich so gut wie verloren ge— 
gangen war!; seine Herzöge hatten das Land verlassen und 
sich nach Wien zurückgezogen, wo sich namentlich Herzog Karl IV., 
der Türkenkämpfer, eines guten Andenkens erfreute. Dann 
war allerdings Herzog Leopold durch den Frieden von Rijswijk 
wieder in den Besitz seines Landes gelangt. Aber seine und 
seines Hauses Beziehungen zu Wien blieben gleichwohl sehr 
innig, und insbesondere schätzte Karl VI. die Familie. Da 
lag es denn nahe, daß er für Maria Theresia, die künftige 
Herrscherin Osterreichs, aus ihr einen Schwiegersohn suchte: 
denn sie mit einem mächtigen Fürsten zu vermählen lehnte er 
aus mancherlei wohl verständlichen Gründen ab. So hatte er 
denn schon in dem lothringischen Prinzen Clemens, der 1728 
starb, seinen künftigen Schwiegersohn gesehen; und nach dessen 
Tode übertrug er seine Absichten auf dessen jüngeren Bruder 
Franz Stephan, der sich dann in der Tat im Jahre 1736 mit 
Maria Theresia vermählt hat und auf diese Weise der Stamm⸗ 
vater des heutigen österreichischen Kaiserhauses geworden ist. 
Nun hatte aber Franz Stephan im Jahre 1729 die Regierung 
Lothringens angetreten und sich 1730 in Paris mit Bar be— 
lehnen lassen; 1732 dagegen kehrte er nach Wien zurück; und 
von diesem Augenblicke an war eigentlich kein Zweifel an 
seiner künftigen Vermählung mit der Erbtochter Osterreichs 
mehr zulässig. 
Das alles schien nun, so konnte man fürchten oder rechnen, 
für Frankreich den Verlust jenes Lothringens zu bedeuten, 
das man in den Kämpfen Ludwigs XIV. schon so gut wie 
erworben zu haben glaubte; und sicherlich erschien zunächst ein 
gewisses Vortreiben der österreichischen Macht in eine dem 
Zentrum der französischen Herrschaft gefährliche Nähe in 
S. oben S. 465 ff.</div>
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