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        <title>Neuere Zeit</title>
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            <surname>Lamprecht</surname>
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      <div>Waffengänge Osterreichs u. Preußens; Preußen europ. Großmacht. 781

nehmlich nahe. Ganz abgesehen von allen Kriegen hatten
schwere Pestjahre von 1709 bis 1711 Preußen und Pommern
entvölkert; dann waren volkswirtschaftliche Krisen über die
Länder, die sich kaum über die Schäden des 17. Jahrhunderts
hinweg erhoben hatten, hereingebrochen, am verhängnisvollsten
vielleicht in ihrer Wirkung jene Krise, die aus den Münzwirren
seit 1759 hervorging: und später, von 1770- 1774, haben
noch Hungersnöte, wenn auch durch eine geschickte Kornhandels—
politik in ihren schlimmsten Wirkungen gebrochen, der regel—⸗
mäßigen Vermehrung der Bevölkerung entgegengewirkt. Gegen
all diese Ereignisse, Elementarereignisse gleichsam, war anzu—
gehen; daneben aber stand eine schon von den Vorfahren
überlieferte!, nur noch weiter auszubauende „Peuplierungs⸗
politik“, die teils auf die „Konservation“ der Bevölkerung im
Lande, teils auf Erzielung fremden Zuzugs hinauslief. In
letzterer Hinsicht ist nichts von größerer Bedeutung gewesen,
als Friedrichs Besiedlung des platten Landes; es wird davon
später noch die Rede sein?“ Die Maßregeln zur Konservation
aber gingen so weit, daß Friedrich z. B. im Jahre 1766 das
Wandern preußischer Handwerksgesellen in fremden Ländern
schlechthin verbot: dadurch könnten Landeskinder verloren
gehen. Aus Gründen der Konservation ist der König auch
anfangs ein Feind der Maschinen gewesen; sie ersetzten ihm
zu viel Menschenkräfte. Anderseits ergab das Prinzip auch
leicht, ja bei Friedrichs landesväterlichem Wohlwollen eigentlich
ganz selbstverständlich gesunde Grundanschauungen einer ein—
fachen steuerlichen Sozialpolitik. Schon im Jahre 1748 hat
der König an den Minister Boden geschrieben: „Nach meinen
Prinzipiis ist allemal darauf zu denken, auf was Art die
Armut und der geringe Handwerksmann und Fabriquante
in denjenigen Stücken, so selbige zur Erhaltung ihres Lebens
unumgänglich nötig haben, soulagiert werden, und müssen daher
billig auf das Bier, Brot und Fleisch, wovon die Armut leben

S. oben S. 694f.
2 S. unten S. 791f.
Lamprecht, Deutsche Geschichte. VII. 2.

U</div>
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