Neue Weltanschauung. 319 samkeit und des Sturmes und Dranges an, insofern sie über die Feststellung der seelischen Vorgänge hinaus einer allgemeinen Anschauung von Gott und Welt entgegenstrebte. Ja sie gab sich sogar zunächst noch völlig dem metaphysischen Hauptsatze Leibnizens hin, daß die wahre Welt geistig sei, da nur das Seelische die notwendige Selbständigkeit für ein dauerndes Sein besitze!. Die Welt der Natur der Anschauung ein bloßes Phänomenon, ein Schein, hinter dem geistige Kräfte walten: das war daher die Meinung, mit der man an das Ganze der Erscheinungen um so mehr herantrat, als man im Über— schwang eigener Empfindung durchaus geneigt war, sich selbst nach seinem subjektiven Charakter in der gegenständlichen Welt wiederzufinden. Es war eine Auffassungsweise, die nicht bloß von psycho— logischen, sondern noch viel mehr von ästhetischen Motiven durchwebt ward. Damals zuerst spiegelte man sich ganz in der Landschaft wider und empfand diese daher beseelt, und mehr noch: auch in den Menichen der Umwelt sah man sich selber?. Ging hier eine zunächst ästhetische Betrachtungsweise der Welt soweit, sich als Inbegriff dieser zu erblicken, so entsprach einer solchen Auffassung ganz selbstverständlich eine Welt— anschauung, die den Geist hinter den Erscheinungen suchte, der die materielle Welt mit liebevollen Kräften erfüllt schien. Und so erwachte der Glaube eines geläuterten Pandynamis-— mus oder Panpsychismus als grundlegende Anschauung; und in dem Verlaufe dieser Anschauung bewegten sich auch bald die Einzelstudien über Geist und Natur. Nichts bezeichnet den Umschwung des Denkens in dieser Leibniz hatte schon die Materie für eine fubjektive Vorstellung und nur die unkörperlichen Monaden für wahrhaft vorhanden erklärt (Vaihinger in den Straßb. Abh. zur Philosophie, 1884, S. 107 ff.). Aber die Syste— matiker und Erklärer seiner Lehre von Wolff an hatten diese strenge Lehre aufgegeben und den Monadenbegriff allmählich zu dem wohlbekannten Atombegriff des Altertums herabgestimmt (Tessoir 12, 315 ff.). S. obeu S. 256 ff. Lamprecht, Deutsche Geschichte. VIII. 2.