24 Dreiundzwanzigstes Buch. Erstes Kapitel. Krieg wenigstens in seinen grausameren Formen zu hassen be— gann, so ist der Zusammenhang mit den Gefühlselementen der Empfindsamkeit und auch des Sturmes und Dranges un— verkennbar. Verläßt indes die Betrachtung diese engen Kreise und fragt nach der speziell politischen Wirkung der frühesten subjek⸗ tivistischen Strömungen, so kann sie nur ein Bild nebelhafter Tendenzen, die eigentlich nur Vorstellungen und kaum schon Bestrebungen waren, zeichnen. Schon die für jedes eingreifende und klare politische Handeln notwendige historische Fundamentierung auf einen breiten Rost solider Kenntnis von Einzeltatsachen fehlte. Daß sie die Empfindsamkeit nicht besaß, braucht wohl kaum bemerkt zu werden. Aber wie wenig deutlich sah doch auch noch Herder! In den „Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit“ findet sich folgende Stelle, die für das Wesen der ganzen Zeit charakteristisch ist: „Weder Krieger noch Mönche nähren ein Land; und da bei dieser Einrichtung für den erwerbenden Stand (im Mittelalter) so wenig gesorgt war, daß vielmehr alles in ihr dahin ging, Bischöfen und Edeln die ganze Welt leibeigen zu machen, so sieht man, daß damit dem Staat seine lebendigste Triebfeder, der Fleiß der Menschen, ihr wirksamer freier Erfindungsgeist, auf lange Zeit geraubt war. Der Wehrmann hielt sich zu groß, die Äcker zu bauen, und sank herab; der Edle und das Kloster wollten Leibeigene haben, und die Leibeigenschaft hat nie etwas Gutes gefördert. So— lange man Land und Güter nicht als einen nutzbaren, in allen Teilen und Produkten organischen Körper, sondern als ein unteilbares, totes Besitztum betrachtete, das der Krone oder der Kirche oder dem Stammhalter eines edeln Geschlechts in der Qualität eines liegenden Grundes, zu welchem Knechte gehören, zustände: so lange war der rechte Gebrauch dieses Landes, samt der wahren Schätzung menschlicher Kräfte, un— säglich behindert.“ Man sieht: eine fast ganz schon neuzeit— liche, subjektivistische Betrachtungsweise regt sich hier. Aber ist sie bis zu der klaren Einsicht in den historischen Ablauf vor⸗