Neue Anschauungen von Staat und Gesellschaft. 57 Oder steht Smiths Denken etwa im Anfange des englischen Subjektivismus? Weit eher wäre zu sagen, daß es schon eine erste Entwicklungsphase dieses Subjektivismus beschlösse. Legt man sich nunmehr die Frage vor, bis zu welchem Grade es den Fürsten des spätesten deutschen Absolutismus, und der öffentlichen Meinung der Übergangszeit, deren Theorien und Stimmungen soeben vorgetragen sind, möglich war, gemeinsamen Weges staatliche Dinge fortzubilden, so sieht man leicht, daß diese Möglichkeit in hohem Grade bestand. Denn im ganzen gingen Fürsten und öffentliche Meinung noch zusammen; die rationalistischen Bestandteile ihres Denkens wurden noch nicht von der subjektivistischen Beimischung in dem Grade überwogen, daß ein Bruch mit den Prinzipien des Absolutismus hätte eintreten müssen. Zwar verabscheute die öffentliche Meinung schon jetzt kriegerisch gewandten fürstlichen Ehrgeiz und überhaupt kriegerisch-militärisches Wesen, zwar bäumte sie sich auf gegen verantwortungslose Fürstenwillkür und proklamierte die Monarchie des Gesetzes: aber in den tausend Einzelmaßregeln der inneren, vornehmlich wirtschaft⸗ lichen Gesetzgebung ging sie doch mit den regierenden Gewalten noch Hand in Hand. Ja mehr: auch in ihren philanthropischen Neigungen folgten ihr diese. Und noch in einem letzten, der öffentlichen Meinung, die Dinge ganz all— gemein betrachtet, durchaus wichtigsten, weil geistigen Gebiete waren sie mit dieser einig: auf dem Gebiete der Erziehung und des Unterrichts. Wir werden bald sehen, warum gerade dieses Gebiet der Nation um 1760 schon, erst recht aber um 1780 und auch noch um 1800 als das weitaus wichtigste für eine subjek— tivistische und damit zukünftige Ordnung ihres Lebens er— schien!. Und wir wissen schon, wie eben wieder auf diesem Gebiete ihr selbst der Fürst aller Fürsten der Zeit, Friedrich der Große, bereits weitgehende Zugeständnisse in Theorie wie S. unten S. 77 ff.