Die Freiheitskriege: 1809, 1815. 351 Held, um dessen Feldherrnstab Frühe sich die Palmen flochten, Streife kühn des unterjochten Vaterlandes Fesseln ab! Stägemann.) Und ein anderer Norddeutscher, Varnhagen von Ense, der sich bald darauf als Freiwilliger zum osterreichischen Heere be⸗ gab, hat damals berichten können: „In Berlin, in Schlesien, Do wir durchreisten, war die Begeisterung allgemein; der Zauber der Unbesiegbarkeit, durch die jungsten Glücksfälle erst recht befestigt, war von Napoleon gewichen; man sah die Möglichkeit durch die Tat; im vollen Siegeslaufe hatte der Widerstand ihn gehemmt, er war geschlagen, sein Heer zerrüttet, auch er konnte zugrunde gehen, wie er bisher die anderen zu⸗ grunde gerichtet hatte!“ Wollte aber Erzherzog Karl diese zweite, glorreiche Phase des Feldzugs durch einen günstigen Gesamtabschluß krönen, so bedurfte es freilich noch scharfen und raschen Mühens; vor llem waren die österreichischen Heerkräfte zusammenzufassen, um einen erneuten Schlag der Gesamtmasse der Truppen Napo⸗ leons, die sich jetzt beinahe ganz um Wien konzentrierten, aus⸗ zuhalten, zu erwidern oder vorwegzunehmen. Die Hauptarmee unter Karl aber blieb fast einen Monat nach Aspern untätig auf dem Boden und in der Umgebung des Schlacht⸗ feldes! Die innerösterreichische Armee unter Erzherzog Johann zog sich währenddessen aus — herüber; es gelang ihr dabei nicht, die französische Armee Italiens, die durch die nordöstlichen Alpenpässe nach Wien heraufdrängte, bor dem Übergange über den Semmering festzuhalten; das Korps des Generals Jellacic, das diese Aufgabe hätte lösen sollen, wurde am 25. Mai bei St. Michael geschlagen. Darauf marschierte das schon stark geschwächte Heer Johanns von Graz nach Ungarn ab, um dort die ungarischen Truppen aufzunehmen und, einem Befehle seines Bruders Karl zufolge, der jetzt tat⸗ sächlich die Leitung der gesamten kaiserlichen Truppen über⸗ nahm, über die Insel Schütt nach Preßburg vorzudringen. Auf