Die Freiheitskriege: 1809, 1815. 448 niemand von den verbündeten Mächten dachte an die An⸗ liegen der Nation, deren stammelnde Bitte die Verse der Romantik durchtönt. Wohl aber wurde Blücher mit der schlefischen Armee, die den Spuren Napoleons durch Thüringen und Hessen noch am eifrigsten folgte, von Gießen aus statt auf den Rückzugsweg Napoleons nach Frankfurt vielmehr den Seiten⸗ weg in das Lahntal hinein auf Koblenz dirigiert: damit der hinterher kommende Kaiser Franz mit der Großen Armee zu⸗ erst in die Uralte Kaiserliche Krönungsstadt Frankfurt ein⸗ zuziehen imstande sei. Nur Bülow zog in rasendem Siegeszuge durch Nordwest⸗ deutschland bis Holland, ein preußischer General, und fand Widerstand erst vor Antwerpen, das Carnot, der Republikaner, oerteidigte. Im ganzen war das natürlich so recht ein Verlauf nach dem Herzen etwa Bernadottes. Und wirklich! Am klügsten, ja am schlausten handelte der schwedische Kronprinz. Er machte mit einem großen Teile der Nordarmee eine Rechtsschwenkung, fiel in Holflein ein, zwang Dänemark zum Kieler Frieden vom 14. Januar 1814 und steckte endlich das ersehnte Norwegen ein — während Dänemark für diesen Verlust mit deutschen dändern, dem bisherigen Besitze Schwedens. Vorpommern und Rügen, entschädigt wurde. Da mochte man denn wohl Freudenfeuer auf den höchsten Gipfeln deutscher Berge anzünden und Lieder auf die Leipziger Schlacht dichten: Nimm Gottes Lohn! habe Dank, Gesell! Das war ein Klang, der das Herz erfreut! Das klang wie himmlische Zimbeln hell,“ Hab' Dank der Mär' von dem blutigen Streit! daß Witwen und Bräute die Toten klagen, Wir singen noch fröhlich in spätesten Tagen Die Leipziger Schlacht: — — (E. M. Arndt.) der Nation ward der Lohn der Kampfesnot mit nichten, den fie erwarten durfte. Ja: — an den Grenzen deutschen