Die Frühromantik. z8 kennen lernen werden!, bis ihn der neue Realismus der dreißiger und vierziger Jahre zum mehr äußerlich Genetischen zurückschraubte und dynamische Anschauungen wieder durch mehr statische ersetzte; aus ihr erhob sich der Gedanke des Staates als Organismus und damit die reiche Blüte der konservativ-klerikalen Staatslehren?. Was aber vielleicht die stärkste Wirkung und Kraftprobe zugleich dieser Philosophie wie freilich der Philosophie und des — überhaupt war: aus diesem Zusammenhange heraus erfolgte zum ersten Male der Versuch einer Subjektivierung des Christentums. Was man auch sagen mag: der Klassizismus hat zum Christentum ein innerliches Verhältnis nicht gehabt. Man höre die harten Worte Goethes: „Der Mensch ist wirklich in die Mitte einer wirklichen Welt gesetzt und mit solchen Organen begabt, daß er das Wirkliche und nebenbei das Mögliche er— keunen und hervorbringen kann. Alle gesunden Menschen haben die Uberzeugung ihres Daseins und eines Daseienden um sie her.“ In keiner Weise gegen das Christentum unmittelbar gesprochen, beweisen sie in ihrem unbedingten Greifbarkeits⸗ sinne um so mehr, wie fern ihrem Urheber, wenn vielleicht nicht völlig christliches Genie, so doch sicher christliches Pathos stand. Schillers Verhältnis zum Christentum war kaum inniger. Klassi⸗ zismus und Christentum hatten keinen Bund geflochten; niemals m Grunde ließen die Götter Griechenlands den Heiland zu. Anders stellte sich die Romantik schon wegen ihrer uni⸗ versalen Weite gegenüber allem Gewordenen. In ihr konnte an die spärlichen Versuche angeknüpft werden, die bis dahin die Geschichte einer Umbildung des Christentums in den Zeiten des Frühsubjektivismus aufwies. Im ganzen, man versteht es, hatte in dieser Zeit das Christentum noch kein Verhältnis zu den neuen Lebensmächten gewonnen; seine Lehre verharrte im allgemeinen noch in den ES. unten Kapitel 2 Abschnitt IV. S. den Schluß dieses Bandes.