Die Spätromantik. 223 als eine Fortblidung der ersten anschaulichen evolutionistischen Phantasmen des Subjektivismus und als eine erste Vorstufe andererseits späterer, um vieles mehr realistischer Forschung. Allein weit über diesen zunächst doch noch enger wissen— schaftlichen Zusammenhang hinaus hat die Naturphilosophie gewirkt. Durch sie wurde zum ersten Male erst recht die Vor— stellung des Subjekts, und damit auch des typischen Objekts, des komponierenden Körpers, des Atoms, als einer energetischen Einheit in das naturwissenschaftliche Denken eingeführt: womit denn auch das Absolute der Welt analog als Entelechie, um einen von Goethe aus Aristoteles aufgenommenen Ausdruck zu gebrauchen, als eine energetische Einheit geordnet wurde. Es war eine Annäherung der physischen Begriffe an die psychischen, die freilich zunächst nur in ihrer äußeren Umhüllung von durch— schlagendem Einfluß wurde: fast alle Naturwissenschaft des 19. Jahrhunderts ist monistisch gewesen. Dagegen gingen die Anregungen, welche die Naturphilosophie gab, eine Atomlehre nach Analogie der subjektivistischen Seele und eine Physik nach Art der subjektivistischen psychischen Aktualität zu entwickeln, einstweilen mit dem Verblassen der Elemente dynamischer An— schauung, das schon mit der Spätromantik, namentlich aber mit dem Realismus der dreißiger bis fünfziger Jahre eintrat, fast verloren. Untergegangen aber waren sie darum nicht. Vielmehr, als mit den enthusiastischen Zeiten der zweiten Periode des Subjektivismus, seit den achtziger und neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts, wiederum eine mehr dynamische Auf— fassung der Naturerscheinungen einzutreten begann, wie sie heute noch fortwährt, da erwachten diese Elemente und An— schauungen von neuem, nur viel konkreter und modernen Er— rungenschaften der Naturwissenschaft angemessen: denn es hatte sich inzwischen gezeigt, daß nicht wenige Spekulationen Schellings im einzelnen als Hypothesen und Faktoren von heuristischem Werte für die Naturwissenschaften höchst fruchtbar geworden waren.