Politische Restauration; wirtschaftliche Fortschritte. 399 Zeit die Verfassung des französischen Kaiserreiches im Zerrbild nachgeahmt hatten, also auf halbem Wege zur Entwicklung konstitutioneller Verfassung standen. Sie mußten diesen Weg vollenden, wie ihn Napoleon für Frankreich in den Hundert Tagen durch Erlaß einer liberalen Verfassung wenigstens äußer⸗ lich vollendet hatte. Ganz anders war die Lage in Norddeutschland. Hier waren im wesentlichen, sieht man von Preußen ab, die alten Staaten wiederhergestellt worden. Damit war der Drang zu einer repräsentativ zu begründenden Einheit des Staatswesens nicht gegeben, um so weniger, als die norddeutschen Staaten die Napoleonische Verfassung nicht angenommen hatten. Sie standen vielmehr noch auf der alten ständischen Grundlage, und — zu denken zu sein. Mit diesem Unterschiede der Entwicklung war nun eine tiefe Spaltung des deutschen politischen Lebens im Norden und Suden überhaupt auf lange Zeit eingeführt. Im Süden schlug die jüngere Entwicklung ihr Lager auf; namentlich Baden wurde das Musterland neuerer, innerstaatlicher Fort⸗ schritte. Aus dem Gefühl stärkeren inneren Lebens bei größerer iußerer Ohnmacht gegenüber dem Norden, vor allem gegenüber Preußen, entwickelte sich dann wenigstens zum Teil und auf Grund schon älterer Momente der Abneigung jene tief ein— gewurzelte Antipathie der Suüddeutschen gegen Preußen und Norddeutschland, die der Einheitsbewegung so viel geschadet hat und auch heute noch nicht ganz verschwunden ist: übrigens aicht, ohne durch das lange Zeit hindurch egoistische Verhalten Preußens in vielen gemeindeutschen Fragen noch stark vermehrt zu werden. Zugleich aber bildete sich neben dem Gegensatze zwischen süddeutschem Parlamentarismus und norddeutschem Absolutis⸗ nus und teilweise auch Ständetum von gleicher Grundlage aus auch noch ein weiterer ständiger Unterschied zwischen den Mittelmächten und den beiden Großmächten. In Preußen wurden die Versprechen, eine Verfassung zu