476 Vierundzwanzigstes Buch. Fünftes Kapitel. Aber andererseits wurde doch die Schilderung der Situationen immer fester und die Kraft der Erzählung, nicht ohne den fremden Einfluß der Scott, Byron und George Sand, über— zeugender; und gewisse Szenen vor allem in Laubes Jungem Europa (besonders wieder in dem Teile „Die Krieger“ von 1838) wie annähernd auch schon in Gutzkows Wally (18838) zrinnern schon an die Grenze, welche den modernen Impressio⸗ nismus von dem Realismus der ausgehenden ersten Periode des Subjektivismus scheidet. Sehr bald aber begnügte sich das Junge Deutschland auch nicht mehr mit der künstlerischen Erzählung; unmittelbarer noch suchte es das Publikum durch die periodische Zeitschrift, die Presse, die Zeitung auf. Und schon 1841 schildert Hebbel, m Prolog zum Diamant, diesen Zustand als den gewöhnlichen: „Man redigiert vielleicht ein Blatt Und braucht es frisch an Schwertes Statt.“ Es war ein Fortschritt von großer Wichtigkeit, wie er zu— gleich durch allgemeinste Wandlungen der Bildungsertensität erleichtert, ja erst ganz ermöglicht wurde. Während die An— fänge des Subjektivismus sich schon deshalb in verhältnis— mäßig engen Kreisen abgespielt hatten, weil sie im ganzen auf die Dichtung oder höchstens auf die Phantasietätigkeit im all— gemeinen, wenn auch mit philosophischem Hintergrunde, be—⸗ schränkt blieben, war die Romantik, im Grunde doch der Höhe— punkt der ersten subjektivistischen Periode, soweit die Entwicklung aus rein nationalem Keime in Betracht kam, zum ersten Male zu einer vollen Weltanschauung, zu einer zugleich dichterischen und denkhaften Beherrschung der Welt fortgeschritten. Und so war es ihr zuerst denn auch gelungen, weiteste Kreise der Nation in ihren Bann zu zwingen. Aus kleinen Anfängen erwachsen, glich sie in dieser Hinsicht dem Senfkorn des Evange— liums, und die weiten Massen der Generation um 1830 wohnten fast ausnahmslos in ihrem Schatten. Damit war denn auch Gelegenheit gegeben, sie ebenso ausnahmslos durch das Mittel der Romantik und durch die aus diesem fortgebildeten Werkzeuge geistigen Charakters zu beeinflussen: und in vollem Maße hat