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        <title>Neueste Zeit</title>
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            <surname>Lamprecht</surname>
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      <div>148 Vierundzwanzigstes Buch. Zweites Kapitel.

Kaulbach tat den entscheidenden Schritt in der Hunnenschlacht
(1834 -37) und in der Zerstörung Jerusalems; beide Kom⸗
positionen hat er später den sechs Wandbildern im Treppen—
— —— einverleibt. Alle
diese Bilder zogen die Farbe, anfangs schüchtern, dann kräftiger,
bald nicht ohne sinnlichen Zug, in die Monumentalmalerei des
Cornelius. Das Ergebnis trat alsbald zutage: technische Auf⸗
lösung der festen Form und geistige Zerstörung des herb idealen
Inhalts; und übrig blieben trostlose süßliche Geschichtsphilo—
sophien rein beschreibenden Charakters. Kaulbach war ein
reflektiert moderner Mensch von starkem Sarkasmus und von
einiger Lusternheit — kein Prophet wie Cornelius —: die Kari⸗
katur und die seit den vierziger Jahren aufblühende Illustrationskunst
 lagen ihm näher. Aber auch hier hat er Tüchtiges nur
in der Karikatur geleistet — so geschätzt auch sein Reineke
Fuchs und seine Goetheschen Frauengestalten lange Zeit in den
Kreisen der künstlerisch Armen blieben.
Die Bedeutung aber der alten Umrißkunst des Klassizismus
und der Romantik und der aus ihr hervorgehenden idealistischen
Farbenbehandlung war allerdings mit Kaulbach noch keines—
wegs erschöpft. Gleichzeitig mit der Verbreitung des vlamischen
Kolorismus durch das innere Deutschland im Verlaufe der
vierziger Jahre ging eine Bewegung umgekehrten Zuges durch
die südlichen Niederlande und hob die Namen Operbecks, Veits,
Cornelius' und auch Kaulbachs noch einmal auf den Schild;
und noch 1862 hat in Brüssel eine Ausstellung deutscher Karton—
malerei mit günstigem Erfolge stattgefunden. Ja aus diesem
Zusammenhange ging dann nochmals eine besondere belgische
Monumentalmalerei hervor, die vornehmlich in den vlämischen
Kirchen und Rathäusern des Landes wichtige Denkmäler hinter⸗
lassen hat, der auch die Fresken im Sankt Veitsdom in Prag
angehören, und deren hervorragendste Meister zwei Antwerpener,
Guffens und Swerts, gewesen sind.
Für die deutsche Entwicklung indes starb mit den Ge—
mälden Kaulbachs ein wichtiger, der konturistische Zweig der
romantischen Malerei so gut wie völlig ab. Und fragt man</div>
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