Erste Stufe der kleindeutschen Lösung der Einheitsfrage. 371 entsprechenden Staat. Und es sind Zusammenhänge, die damit zugleich die politischen und die Staatsbildungsvorgänge der fünfziger bis siebziger Jahre eben auch der Vergangenheit zu⸗ weisen — mit ihnen, beiläufig gesagt, zugleich auch den Kultur— kampf, der nur einer Machtpolitik des verfallenden primären Subjektivismus möglich war. Indem nun so aber eine Betrachtung der inneren Ent— wicklung vom Standpunkte des Jahres 1800 aus wie eine An⸗ schauung der äußeren nationalen Schicksale aus dem Blick— punkte etwa des Jahres 1900 in gleicher Weise die Jahrzehnte der politischen Geschichte von 1850 oder 1860 bis 1880 als eine geschichtlich schon nahezu geschlossene Vergangenheit er⸗ scheinen lassen: kontrastiert diese Tatsache aufs eigenartigste mit dem Umstande, daß diese selben Jahrzehnte denn doch für die politisch voll erwachsenen Zeitgenossen von heute noch eine erlebte Gegenwart und damit einen Zeitraum umfassen, von dessen Betrachtung, mag man sie noch so sehr in die Flut idealisierender Erinnerungen tauchen, der Einfluß der Affekte kaum zu trennen ist. Es ist eine sonderbare Lage, die in dieser tiefgreifenden Stärke wohl kaum irgendeiner Generation der früheren deutschen Entwicklung zu eigen gewesen sein mag: in nichts mehr vielleicht als eben in ihr spiegelt sich die außer— ordentliche Schnellebigkeit, das rasche Entwicklungszeitmaß unserer Zeiten. Wir haben uns unsererseits an dieser Stelle diese Lage scharf vor Augen zu führen und uns von vornherein einzu— gestehen, daß, bei allem Bestreben, einen epischen, ja einen episch-trockenen Ton festzuhalten, die nun folgende Erzählung dennoch ganz anders, als alles früher Vorgetragene, von persön⸗ lichen Anschauungen und spezifischen Motiven durchzogen und gelegentlich wohl auch einmal durchzittert sein wird. In den dreißiger und vierziger Jahren des 19. Jahr— hunderts hatte es sich in der politischen Geschichte der Nation wesentlich um innere Fragen gehandelt: staatskirchenrechtliche