390 cFünfundzwanzigstes Buch. Drittes Kapitel. Napoleon am 3. Mai scheinbar recht bequem erklären, Öster— reich habe den Frieden gebrochen, und auch seinerseits mit in die Aktion eintreten. Der Krieg wurde von den österreichern anfangs lässig ge⸗ führt, und bald zeigten sich die Folgen: Graf Gyulai wurde am 4. Juni bei Magenta besiegt, wenn auch vielleicht nur, weil er sich für besiegt hielt; darauf war auch dem Kaiser Franz Joseph, der nunmehr den Oberbefehl selbst übernommen hatte, bei Solferino, am 24. Juni, das Kriegsglück nicht hold. Inzwischen hatten die bisher geschilderten Ereignisse in Deutschland Hoffnungen und Befürchtungen in gleich hohem Maße erregt: auf allen Seiten begriff man, daß es sich um Ereignisse handle, die nicht bloß als Parallelen zu den künftigen Schicksalen der eigenen Nation von hoher Bedeutung seien, sondern auch unmittelbar in die äußere Lage Deutschlands ein— griffen. Und so war es nur eine Konsequenz dieser Lage, daß Preußen auf alle Fälle mobil zu machen hatte. Erst spät aber schickte sich Preußen zu einem bestimmten Handeln an; erst am 24. Juni sandte der Prinzregent eine Nachricht nach London und Petersburg, die den Beginn bewaffneter preußischer Ver— mittlung ankündigte auf der Grundlage der Erhaltung des Territorialbestandes und der Durchführung politischer Reformen in Italien. Es war ein Entschluß, der sich als vom auf— richtigsten Beifall der deutschen Patrioten getragen erwies, und an den sich die Gründung des Nationalvereins durch Rudolf von Bennigsen am 14. August 1859 anschloß, dessen Ausschuß seitdem unter dem Schutze des Herzogs Ernst von Sachfen- Coburg⸗Gotha für die deutsche Einheit in kleindeutschem Sinne gewirkt hat. Napoleon ahnte indes sofort die Absichten der preußischen Regierung und wußte ihnen gegenüber rasch in direkten Ver⸗ handlungen mit dem Kaiser Franz Joseph abzuschließen. Am 8. Juli kam es zum Waffenstillstand, und schon am 11. Juli wurde durch beide Monarchen persönlich die Konvention von Villafranca eingegangen, die dann im Frieden von Zürich, 10. Nopember 1859, bestätigt und vervollständigt wurde. Danach