184 Fünfundzwanzigstes Buch. Drittes Kapitel. er gleichzeitig im Westen dem Danewerk so nahe, daß es zu ernstlichen Kämpfen kommen mußte, von denen dann voraus⸗ usehen war, daß sie die Dänen rasch zur Aufgabe des Dane— werks bestimmen würden. In der Tat geschah es so. Am J. Februar überschritt Prinz Friedrich Karl die Eider, versuchte vergebens Missunde zu nehmen, fand aber am 5. und 6. Februar weiter östlich bei Arnis einen Übergang, der ihn in den Nordosten des Danewerks brachte. Allein zu seiner Uberraschung fand er keine Dänen mehr vor. Diese hatten nämlich, von den sterreichern und der preußischen Garde heftig angegriffen, inzwischen das Dane— werk aufgegeben und sich nach Nordosten, auf Fredericia hin, zurückgezogen. Auf dem Rückzug kam es noch zwischen Oster⸗ reichern und Dänen am 6. Februar zu einem heftigen Gefecht bei Oeversee, wobei die österreichische Stoßtaktik, wie in dem Feldzuge überhaupt, Triumphe feierte; doch gelang es den dänen, Flensburg zu erreichen. Von hier aus ging der größte Teil des Heeres in die feste Stellung von Düppel, die, mit der Insel Alsen verbunden, den Zusammenhang mit dem Inselheere ficherte, während ein kleiner Teil nach Norden zur Verteidigung Jütlands abbog. Damit schloß der erste Teil des Feldzugs. Er kostete dem General de Meza seine Stellung, obwohl er seine Truppen nach Lage der Dinge meisterhaft geführt hatte. Der Pöbel in Kopenhagen wütete. Im übrigen entschloß man sich jetzt in Kopenhagen zum Widerstand aufs äußerste. Noch war man ja im Besitze der Düppeler Schanzen, des Brückenkopfes gleichsam zu der dänischen Inselwelt, die schließlich die reichsten Kräfte des Volkes barg; und noch immer glaubte man an tatkräftige Sympathien Frank— reichs, wie man nicht minder des Mißvergnügens der Eng—⸗ laͤnver über die deutschen Siege versichert war, wenn es sich schließlich auch nur in lärmenden Demonstrationen, nicht aber in wirklichem Eingreifen kundgab. Was aber schlimmer war, auch die deutschen Groß⸗ und Kleinmächte waren unter sich um diese Zeit keineswegs einig.