Weltanschauung. 435 Bewußtseins aber umschließt Gott, sie untereinander ver— knüpfend, in unendlicher Fülle die niedrigeren Bewußtseins— einheiten: die Gestirne, deren jedem wie eine Sinnenwelt so eine über dieser emporsteigende Bewußtseinseinheit eignet, dann die Organismen auf diesen Gestirnen, auf unserer Erde vom Menschen herab bis zu der für uns noch wahrnehmbaren Pflanzenseele. Die niedrigeren Bewußtseinseinheiten aber sind sich ihres Inbegriffenseins in die höheren und höchsten nicht unmittelbar bewußt. Wohl aber geht die menschliche Bewußt— seinseinheit nach dem Tode dereinst als ein neues Entwicklungs— moment in ein weiteres und höheres Leben ein und gewinnt daran Anteil. So werden wir wiedergeboren werden in einem neuen Leibe, unter freieren Schranken der Wirklichkeit, in innigerem und höherem Verkehr mit über uns stehenden Geistern. Was Fechners Denken kennzeichnet, das ist die stärkere Berücksichtigung des von den früheren Systemen in Be— wegungsformen aufgelösten Realgrundes: mehr als diese sucht er vorstellbar und anschaulich zu machen, wie Geist und Natur, Realgrund und Idealgrund des Seins zusammengehen können, ohne daß der eine den anderen überwiege und im Grunde verdränge. Dabei ist klar, daß ihn die Auffassung der psychischen Aktualität als eines der physischen Bewegung nicht allzufern stehenden Vorganges dazu befähigt hat. Und das ist denn überhaupt der Grundzug der Entwicklung seit dem 16. Jahrhundert: je mehr die unteren seelischen Vorgänge erkannt werden, um so mehr verengt sich der grundsätzliche Abstand zwischen Natur und Geist, um so mehr wird der Monismus, bisher zunächst Forderung, anscheinend Thatsache. Wohin die Richtung in dieser Hinsicht geht, das mag an den Gedanken von Feldeggs illustriert werden, der in mancher Hinsicht wohl als ein Vertreter jüngsten metaphysischen Denkens genannt werden kann („Philosophie des Gefühls“, 1900). Feldegg will die Verbindung von Materie und Bewußtsein, die man bisher nur immer rein logisch, in abstracto vollzogen habe, rein konkret und thatsächlich herstellen. Die Materie habe sich der naturwissenschaftlichen Forschung jetzt als kraft— 90 *