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        <title>Tonkunst, Bildende Kunst, Dichtung, Weltanschauung</title>
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            <forname>Karl</forname>
            <surname>Lamprecht</surname>
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      <div>Dichtung. 
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meinen zeigt sich dieser Mangel doch nicht so häufig, daß es 
gerecht wäre, den Dichter darnach entscheidend zu beurteilen. 
Falkes beste Art zeigt etwa das Gedicht „Sommerglück“: 
Blütenschwere Tage 
In Düften und Gluten rings, 
Mein Herz tanzt wie auf Flügeln 
Fines trunkenen Schmetterlings. 
Die Rosen über den Mauern, 
Der Birnbaum drüber her, 
Alles so reich und schwer 
In sehnenden Sommerschauern. 
Das juligelbe Land 
Mit dem träumenden Wälderschweigen, 
Fern am duftigen Rand 
Darüber die Wolken steigen. — 
D, wie sag ich nur, 
Was alles mein Wünschen ins Weite führt! 
Mich hat des Glücks eine leuchtende Spur 
Mit zitternder Schwinge berührt. 
Von den jüngeren Dichtern, deren hier noch eine Anzahl 
genannt werden könnten, mögen Schaukal („Verse“, 1892 -96; 
Meine Gärten, einsame Verse“, 1897; „Tristia“, 1898) und 
von Scheffer („Seltene Stunden“, 1898; „Die Eleusinien“, 
1898) herausgegriffen werden, um bestimmte Richtungen zu 
harakterisieren. Schaukal huldigt noch sehr deutlich einem 
physiologischen Impressionismus. Aber doch unter stärkstem 
Uberwiegen der Stimmung, so daß diese schon die härtere Form 
zu beugen beginnt: etwas Weiches, Musikalisches, Nebel, 
Dämmerung werden charakteristisch, und gelegentlich befindet 
man sich schon in dem Lande rein nervöser Stimmungen. 
Scheffer dagegen ist zwar auch musikalisch gewandter physio— 
logischer Impressionist, wie Schaukal, aber er bleibt dabei 
kälter, reflektierender, und eine kühle Gedankenlyrik trägt ihn 
gelegentlich schon ganz ins Philosophische hinein, wie ihn andrer⸗ 
seits seine festeren Formen zu Ausflügen in das Gebiet der 
Ballade oder wenigstens dessen Grenzlande verlocken.</div>
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