— 416 — sammenbringen seiner Millionen anwandte, wurde er nicht angegriffen; im Gegenteil, in seinen späteren Jahren wenigstens, wurde er als ein sehr schlauer Mann dargestellt, der sein Geld durch rechtmäßige Mittel erworben habe. Es war seine Knickerei, die zu seiner Unbeliebtheit den Grund legte. Die als ein wichtiges Mittel zur Erlangung von Reichtum gepriesene strenge Sparsamkeit wurde ver- arteilt, nachdem der Reichtum erworben war. Es hatte sich ein gewisser Zustand der öffentlichen Meinung oder sine Regel ausgebildet, wonach man beinahe forderte, daß der Millionär „auszugeben verstünde‘“; er sollte kostspielig leben, im Glanze strahlen und irgendeine Lieblings- philanthropie besitzen. Sages widerspenstiges Wesen ließ ihn ganz verschieden von den anderen reichen Männern seiner Zeit erscheinen. Für ihn gab es kein Sich-gehen-lassen, keine Verschwendung, keine kostbaren Steckenpferde oder prunkhaften Schau- stellungen. Er war ein Mann, der seiner Klasse mißfiel und ihre Vorschriften verletzte; seine Klasse hatte den Eindruck, daß er der großen Masse des Volkes den Reich- tum dadurch verhaßt machte, daß er ihn nicht mit jener Großmut anlegen wollte, die, wie man annahm, die allge- meine Feindseligkeit gegen das System mildere. Hieraus entstand eine ungebührliche, gereizte Kritik seiner Persönlichkeit. Er gab nur gerade genug aus, um sich einen behaglichen Wohnsitz in der fünften Avenue zu gestatten; abgesehen von dieser bescheidenen Ausgabe war er notorisch sparsam, sogar seine Kleider wurden im Lande bespöttelt. Hätte er dem herrschenden Brauch nachgegeben und sich durch verblüffende Schenkungen oder Stiftungen (die sich durch weitere Plünderungen wieder einbringen ließen) den Ruf erkauft, ein Philanthrop und „Wohltäter der Menschheit“ zu sein, so wäre er unfehlbar anders beurteilt worden. Er machte jedoch keinen Versuch, die strenge öffentliche Meinung günstig zu stimmen; zu seiner Ehre sei gesagt, daß er seinen geizigen Idealen uner- schütterlich treu blieb; er bewarb sich niemals um Lob, noch machte er den Versuch, dadurch versöhnlich zu wirken,