— 428 — am 10. Juli 1854 eingesetzt wurde, um die Anklagen über Bestechungen zu untersuchen, berichtete: Die Unter- zeichneten glauben, daß durch Zeugenaussagen klar fest- gestellt ist, daß Geld reichlich benutzt wurde, um das Durchgehen von Vorlagen sicherzustellen, und sie glau- ben durchaus, daß noch viel mehr Beweise hätten verschafft werden können, wenn der Kommission Zeit gelassen worden wäre, eine gründlichere Untersuchung der "Tatsachen vor- zunehmen?!). Die unternehmenden Fabrikbesitzer Die Kommission fand heraus, daß Samuel Colt, der Gründer eines auf der Fabrikation von Feuerwaffen beru- henden Vermögens, an Dickerson, seinen Advokaten, und einen seiner Lobbyisten bei einer Vorlage zur Verlängerung seiner Patentrechte, deren Frist abgelaufen war, wenigstens 15 000 Dollar zur Bestechung der vorhandenen Opposition im Kongreß gezahlt hatte. Die Zeugenaussage zeigte, daß alles in allem ungefähr 60 00o Dollar zur Durchsetzung der Vorlage ausgegeben worden waren. Ein anderer Lobbyist, Jere Clemens, der auch die Verteilung von Colts Beste- chungsgeldern besorgte, war, wie er unter Eid zugab, gleich- zeitig Lobbyist für verschiedene Eisenbahngesellschaften, die Landbewilligungen nachsuchten, und für eine Vorlage ähnlich der Colts zur Verlängerung der Patentrechte für oin notorisch bestechlicher New Yorker Stadtpolitiker und erwarb gerade zu jener Zeit bedeutende Summen durch betrügerischen Landverkauf an die Stadt New York zu enorm hohen Preisen. („The History of Tammany Hall“, S. 216.) Lowber verkaufte bei einer dieser Gelegenheiten auf ungesetzliche Weise Land an die Stadt New York für 196 000 Dollar, die der Kontrolleur sich zu zahlen weigerte mit der Begründung, daß diese Summe fünf- oder sechsmal größer sei als der Wert des Lan- des. Lowber erhielt vor Gericht ein Urteil gegen die Stadt und war im Jahre 1858, 3ls der Revisor sich weigerte, ihn zu befriedigen, im Begriff, die Stadthalle von New York durch Auktion verkaufen zu lassen, als Bürgermeister Tiemann das Verfahren anhielt und die notwendige Summe aufbrachte. Immerhin waren die Gemälde und Standbilder der Stadthalle bereits verauktioniert und von dem Sekretär Tiemanns gekauft worden. Andere Beamte der Minnesota- und Northwestern-Eisenbahngesellschaft waren ebenso notorische New Yorker Lobbyisten (Leute, die den Vorsaal des Kongresses besuchen, um Mitglieder zu beeinflussen) und gewohnheitsmäßige Bestecher. 1) Reports of Committees, 33. Congress, First Session, Bd. 3, Report Nr. 352, 35.