— 439 — . „Das Beweismaterial,“ schließt die Kommission, „stellt die Tatsache fest, daß die La Crosse- und Milwaukee-Eisen- bahngesellschaft sich zahlreicher und beispielloser Taten von Mißwirtschaft, grober Pflichtverletzung, von Betrug und Raub schuldig gemacht hat. In der Tat sind Beste- chung und Ausplünderung im großen ihre allgemeinen charakteristischen Merkmale*).“ Die von der La Crosse- und Milwaukee-Eisenbahngesell- schaft erlangten großen Landbewilligungen waren nicht die einzigen Schenkungen in den gesetzgeberischen Hand- lungen des Jahres 1856. Als Körperschaft war die Gesell- schaft für immer steuerfrei, und auch das bewilligte Land wurde für zehn Jahre von der Steuer befreit — eine ge- nügend lange Zeit, um es seines Bauholzes zu berauben oder zu verkaufen. Ungeachtet aller gesetzlicher Schenkungen und anderer sehr wertvoller Stiftungen von Städten und Kreisen wurde die Eisenbahn so vollständig ihres Geldes und ihrer Hilfsmittel beraubt, und es war zur Zeit der Panik des Jahres 1857 so schwer, Geld aufzubringen, daß sie zum Bankrott gezwungen wurde?). Stadtverwaltungen und einzelner Persönlichkeiten fanden gleichzeitig statt. Von den Bestechungen und Betrügereien bei der Milwaukee- und Superior- Eisenbahngesellschaft berichtete eine Untersuchungskommission, daß viele Farmer im Milwaukee-Distrikt und in anderen Teilen von Wisconsin auf ihre Farmen Hypotheken aufgenommen hätten, um sich das Geld zum Kauf von Eisenbahnaktien zu verschaffen. Diese Farmer „waren sehr bestrebt, den Bau einer Bahn zu unter- stützen, von der sie annahmen, daß sie ihnen persönlich und auch dem Gemeinwesen Nutzen bringen würde‘. Viele waren Deutsche, „vertrauensselige, unverdorbene Leute“. Die Kommission fährt fort: „Ein Schwarm dieser Geier, als ‚Aktien- händler‘ bekannt, wurde unter das Volk gesandt, und, wie das hier bewiesene Re- sultat zeigt, wurden viele arme und würdige Leute ihrer ganzen Habe beraubt, und wenn ihnen nicht auf irgendeine Weise geholfen wird und die erwähnten Hypotheken rechtskräftig sind, werden sie bald ihrer Häuser beraubt werden.“ .. 7 Report of Select Committee Appointed under Resolution No. 128, Assembly, to Investigate the Affairs of the Milwaukee and Superior Railroad Company, Appendix to Assembly Journal, Wisconsin, TO—11, 1) Report of the Joint Select Committee etc., Appendices to (Wisconsin) Senate and Assembly Journals, 1858, 47. en ?) In der Zeugenaussage vor der besonderen gemeinsamen Kommission von Wisconsin vom Jahre 1858 wurde Sages Name in keiner Weise genannt. Es ist jedoch sicher, daß Sage im Jahre 1857 ein Hauptbesitzer der La Crosse- und Milwaukee-Eisenbahn war. Die Untersuchungskommission berichtete über folgende Zeugenaussage des Aktionärs Prentiss Dow: „Im August und September „1857 waren in New York häufig Gerüchte im Umlauf, daß in der geschäftlichen Leitung der Gesellschaft große Betrügereien begangen worden seien: daß die durch den Sub-