— 449 — bankrott zu machen; in Wirklichkeit leitete dieselbe Clique beide Gesellschaften, und als Baumeister einer Eisenbahn, die sie selbst leitete, konnte sie sich selbst Obligationen aushändigen, die sie zu einem unangreifbaren Gläubiger der ganzen Linie machten. Ein Beispiel schlauer Findig- keit. Wessen kluger Kopf ersann diesen Plan? Es war der des „großen Reformators‘, es war jener Apostel „reiner und unverdorbener Demokratie“ — Samuel J. Tilden. Er wob sein Netz von Rechtsbestimmungen so gut, so außer- ordentlich gut, daß die kleinen Aktionäre und die Fabri- kanten, die das Material geliefert hatten, sich nach kurzer Zeit vollständig und ohne Aussicht auf gesetzliche Ent- schädigung um ihre Ansprüche betrogen sahen. - Einer dieser Aktionäre, Edward C. Hopkins, machte mit einem wunderbaren Vertrauen auf die Unparteilichkeit der Rechtsprechung Anstrengungen, um zu erfahren, ob er nicht einige Kupons seiner Obligationen der alten Minnesota- und Pacific-Eisenbahn einlösen könne. Ist nicht, so lautete sein Anspruch, die St. Paul und Pacific die Nachfolgerin der ursprünglichen Gesellschaft und daher verpflichtet, ihre Schulden anzuerkennen und zu bezahlen ? Ist das nicht ein Fall, in dem eine alte Gesellschaft unter einem neuen Namen handelt? Der Fall kam vor dem Bundesgericht der Vereinigten Staaten in St. Paul zur Ver- handlung. Der hervorragende und grundgelehrte Richter war John F,. Dillon — derselbe Dillon, das paßte vorzüglich, der später das Richteramt aufgab, um Anwalt von Gesell- schaften zu werden, in denen Gould und Sage die bedeutend- sten leitenden Geister waren. Richter Dillon verabfolgte einige auserlesene Rechts- blitze, die anderes kleines Gläubigervolk genügend darüber aufklärten, was es zu erwarten hätte. Der Zweck seiner Entscheidung war herrlich klar; er war der Ansicht, daß, wenn die Gesetzgebung von Minnesota im Jahre 1862 den Namen der Gesellschaft geändert habe, sie eine voll- ständig neue Vereinigung geschaffen habe, die für die Schulden der alten nicht verantwortlich gemacht werden könne, Hopkins’ Klage wurde von dem Gerichtshof ab- gewiesen, und ihm und den anderen Gläubigern wurde es