463 — selbst als an die Direktoren der Union Pacific verkauften, war die Kansas Pacific. Diese ungefähr 394. Meilen lange Linie gehörte auch zu den vielen Eisenbahnen, deren Ge- schichte voll von ununterbrochener Bestechung ist. Ihre Aktiva bestanden hauptsächlich aus einer Ausgabe von Staats- obligationen und einer Landbewilligung von 3 Millionen Morgen in Kansas und Colorado. Kaum war die Bahnkonzession gegeben, so wurde mit der Bestechung so lebhaft vorgegangen, daß nur der ganz Dumme sie übersehen konnte. Aber was kam es auf die angewandten Mittel an? Je größer die Bestechung, um so größer war die Sicherheit, daß auch die daraus hervor- gehenden Privilegien, Machtbefugnisse und Vorteile um so reicher sein würden. Und je lockender die Aussichten, um so eifriger in ihrer Habgier waren die Leuchten der Finanzwelt, sich in die Sachen einzumischen. Hervor- tragende Bankiers traten in einen scharfen Wettbewerb mit- einander, um an der Finanzierung des Projektes beteiligt zu sein; schließlich wurden zwei Bankfirmen beauftragt, die Kansas-Pacific-Anleihe auf den Markt zu bringen. Eine von diesen Firmen war Dabney, Morgan & Co., deren einer Teilhaber J. Pierpont Morgan war, die andere war das Haus Morris K. Jesup & Co., dessen Chef es später fertig brachte, in die glänzende Schar der verherrlichten Philanthropen aufgenommen zu werden?). In ihren Ankündigungen vom Jahre 1869 ergingen sich diese Bankiers in glühenden Schilderungen der glänzenden staatlichen Landbewilligung der Kansas Pacific — einer Landbewilligung, die, wie sie allen, die ihr Geld dabei anlegen wollten, versicherten, eine mehr als genügende Sicherheit für Anleihen gewähre. Erpressung und Raub Aber die übliche Krisis kam. Das Kansas- und Pacific- Projekt bildete keine Ausnahme in der sich immer gleich- bleibenden Frfahrung mit Eisenbahnangelegenheiten. Die 1) Sein Besitztum wurde nach seinem Tode am 22. Januar 1908 auf 12 814 894 Dollar netto in persönlichem und Grundbesitz geschätzt. Ein großer Teil des Be- itzes waren Eisenbahnobligationen.