Anklagejury war ein Kapitalist seines Schlages, den Gould vor fünfzehn Jahren in einer seiner KEisenbahnunterneh- mungen betrogen hatte. Es war eine schreckliche Vereinigung, die gegen ihn auf- rückte. Gould wußte es. Er machte sich sofort klar, daß er besser täte, sich mit den klagenden Inhabern von Obli- gationen zu vergleichen und sich aus dem Staube zu machen, und zwar eiligst; er einigte sich darauf mit ihnen und floh dann auf seiner Jacht und blieb im Auslande, bis — soweit ein Strafverfahren in Betracht kam — das Verjährungsgesetz erfolgreich zu seinen Gunsten geltend gemacht werden konnte. Ein ganzer Schweif von Bestechungen Noch eine andere, wenn auch müßige Frage könnte auf- tauchen: Wie war Gould imstande, den für seine zahlreichen Betrügereien notwendigen Spielraum zu erlangen und von juristischer Verfolgung und anderem amtlichem Vorgehen verschont zu bleiben? Der Bericht der Mitglieder der Pacific-Eisenbahn-Kommission gibt auf diese Frage keine aufklärende Antwort. Der Minoritätsbericht wirft jedoch auf seine Handlungsweise einiges Licht. „Hunderte und Tausende,“ sagt er, „sind in den Hauptstädten? des Staates und des Landes ausgegeben worden, um ‘die Gesetzgebung zu beeinflussen!)“, # „Zahlungen für un- ziemliche Zwecke‘ werden häufig erwähnt. Aber wenn selbst die Kommission in ihrer dürren, widerwilligen Art die Bestechung, die Gould überall hin folgte, nicht auf- gedeckt hätte, so könnte man sie doch als selbstverständlich annehmen. Der hinter ihm herziehende Schweif von Be- stechung und Betrug ist volle zwanzig Jahre lang ein öffent- licher Gestank gewesen; in dieser Hinsicht unterschied er sich von den meisten zeitgenössischen Geldjägern, denn diese sackten ihre Beute so listig ein, daß es ihnen möglich war, unter den Deckmantel des guten Rufes zu schlüpfen. Ungefähr um das Jahr 1883 gab Gould die Union Pacific 1) Pacific Railway Commission, I, 192.