— 469 — auf, nachdem er sie, wie er glaubte, bis aufs Mark ausgesogen hatte. Zweifellos war sein Entschluß richtig, da auf dieser besonderen Linie und zu jener Zeit keine weitere unmittel- bare Beute in Aussicht stand. Aber als die Zeit gekommen war, nämlich fünfzehn Jahre später, als sich die Bevölkerung und die Hilfsquellen des Landes sehr vermehrt hatten, kam in der Person Harrimans ein würdiger Nachfolger unwider- stehlich daher, um Goulds Verfahren nachzuahmen und zu vollenden. Die 40 Millionen Dollar oder ungefähr soviel an Beute, die Gould sich aneignete, kamen zum großen Teil von dem Kansas-Pacific-Unternehmen her. Der endgültige Betrug der Regierung um viele der Vorschüsse, die sie für diese Strecke geleistet hatte, fand im Jahre 1898 statt — gerade zu der Zeit, als Harriman sich glänzend zu Reichtum und Macht entfaltete. Die Regierung hatte an die Kansas Pacific noch eine Rest- forderung von 13 Millionen Dollar. Ein betrügerischer Plan war ausgeheckt worden, die Regierung ihr Pfandrecht für die Hälfte des Wertes verkaufen zu lassen; es war ein äußerst geschickt ersonnener Plan, und erst kurz vor seiner Ausfüh- rung erhob sich darüber einiger Lärm. Turpie beantragte bei dem: Senat” der Vereinigten Staaten, daß der Verkauf nicht bestätigt werden solle; zur Unterstützung dieses Antrags erhob sich am 16. Februar 1898 Senator Allen und bemerkte: „Wir könnten ebenso gut ein Gesetz erlassen, dem Staatsschatz zu einer direkten Schenkung” 6 700 000 Dollar zu entnehmen. Es würde nicht verbrecherischer sein und die gesetzmäßigen Rechte des Volkes nicht mehr ver- letzen!).“ Senator Morgan-Alabama bezeichnete” den Ver- kauf als Raub, Harris nannte ihn einen Betrug und die, die ihn ausführten, Diebe. Kräftige Worte, aber sie hinder- ten nicht, daß von der Forderung der Regierung noch an demselben Tage schleunigst für 6 Millionen Dallar preis- gegeben wurde. 1) The Congressional Record, 55. Congress, Second Session, Bd. 2,2. Teil, 1761,