483 — Prozession von Geldfürsten mit passendem Gesichtsaus- druck und in tadelloser Trauerkleidung, obgleich mit Aus- nahme seiner eigenen Familie nicht eine Seele wirklich um Gould trauerte. Sein Testament enthüllte einen Besitz von nominell 77 Millionen Dollar, aber dieses war nur die öffentliche Seite des testamentarischen Schriftstücks; sein Besitz belief sich auf viel mehr. Die ganze Hinterlassenschaft sollte für seine sechs Kinder — vier Söhne und zwei Töch- ter — verwaltet werden; Gould hinterließ nicht wie die Astors und einige andere Magnaten die große Masse seines Vermögens seinem ältesten Sohne. Jetzt, da Gould gestorben war, stießen viele Zeitungs- besitzer, die, solange er lebte, vor ihm gedienert oder furcht- am geschwiegen hatten, wie Gassenkehrer ihre Schmähun- gen hervor und zählten seine hassenswerten Taten auf. Die Unrichtigkeit ihrer Darstellungen bestand nicht in der Übertreibung seiner Lasterhaftigkeit — das wäre nicht möglich gewesen — sondern darin, daß sie ihn als einen außergewöhnlichen Betrüger herausgriffen und von dem System loslösten, das ihn hervorgebracht hatte und das allein verantwortlich gemacht werden konnte. Gould ging dahin als der gehaßteste Mann der Ver- einigten Staaten. Sozialer Ehrgeiz hatte ihn niemals berührt, aber in seinen Kindern entwickelte sich das Streben nach Anerkennung. Zuerst kam es bei jedem Schritt zu einem Hervorbrechen der alten Schmähung, daß ihres Vaters Vermögen durch Raub und Vernichtung gewonnen sei. Aber alle Begründer ‚von Reichtümern waren ohne eine einzige Ausnahme von derselben Art; alle hatten überlistet, gelogen, getäuscht, bestochen, betrogen und gestohlen. ı Jedoch die Goulds mit Hunderten von Millionen. Dollar zu ihrer Verfügung waren imstande, alle sozialen Hinder- nisse zu überwinden. Wenn jemand genug Geld hat, dann braucht man ihm eine auserwählte gesellschaftliche Stellung nicht erst zu bewilligen, er kann sie im Sturme nehmen. Einer der leichtesten Wege besteht darin, sich den Eintritt in die Gesellschaftsklasse des europäischen Erbadels zu er- kaufen, da dieser in der heutigen praktischen Zeit mit der Verhökerung von Namen für Bargeld einen lebhaften Handel