486 — ken, Bergwerken, gemeinnützigen Einrichtungen und Indu- strien und Wertpapieren aller Art aufzukaufen. Infolge dieser feststehenden unveränderlichen Politik nahm ihre Macht eine solche Ausdehnung an, daß ihre Mitglieder anfingen, sich als Direktoren in die verschiedensten Gesellschaften einzudrängen. Eine Zeitlang führten sie dann die Politik durch, mit den großen Magnaten auf jedem Gebiete „eine Gemeinschaft der Interessen‘ zu haben; mit ihnen in der Entscheidung über industrielle Angelegenheiten zusammen- zuarbeiten. Aber während der ganzen Zeit kaufte die Ge- sellschaft in allmählichem Vordringen immer mehr Aktien aller Art an, so daß sie jetzt so weit gekommen ist, daß sie durch Leiter wie den verstorbenen Harriman allmäh- lich die Vanderbilts, die Goulds und andere Magnaten, die noch vor zehn Jahren ersten Ranges waren, in eine unter- geordnete Stellung drängt und sich hinter unumschränkter Machtvollkommenheit verschanzt. Mehrere Eisenbahnen, die lange Zeit von den Goulds beherrscht wurden, sind in beträchtlicher Ausdehnung Anhängsel der Standard Oijl- Gesellschaft geworden. Industriekimpfe, wie der zwischen George Gould und der Pennsylvania-Eisenbahn im Jahre 1902, werden sich so bald nicht wieder ereignen. Dieser Kampf war durch Goulds Plan,”die Wabash-Eisenbahn bis an die Küste des Atlantischen Meeres auszudehnen, entstanden. Die Penn- sylvania-Eisenbahn erhob sofort Widerspruch gegen einen Konkurrenten auf ihrem reichen Nutzen bringenden Ge- biet. Der daraus hervorgehende Streit wurde in gesetz- gebenden Körperschaften, in Gemeinderäten, Gerichts- höfen, im Kongreß und durch wirksame physische Kraft ausgefochten. So vollständig haben die Pennsylvania- Eisenbahnmagnaten jenen Staat fünfzig Jahre lang be- herrscht, daß auf Goulds Seite sehr viel Tollkühnheit nötig war, um mit ihnen einen Krieg anzufangen). 1) Als Beispiel, wie die große politische Macht der Pennsylvania-Eisenbahn benutzt wurde, ist der folgende Bericht bezeichnend. Er zeigt, wie Cassatt, der Präsident jener Eisenbahn, und einige andere Industriemagnaten und politische Größen beschlossen, daß Philander Knox (im Jahre 1910 Staatssekretär der Ver- einigten Staaten) zum Senator der Vereinigten Staaten gewählt werden solle. Knox war lange Zeit Gesellschaftsanwalt, Der Gouverneur von Pennsylvania erhielt